Nichts zur Sache in Baden-Württemberg

Screenshot: https://www.swrfernsehen.de/zur-sache-bw/av-o1212121-100.html

Wegen des Coronavirus fiel die jährliche Instrumentalisierung der Opfer von „Winnenden“ dieses Jahr fast aus. Aber eben nur fast. Zur Sache ging es im SWR am 12. März um 20.15 Uhr. Wie nicht anders zu erwarten war, sehr einseitig und alles andere als objektiv, weshalb ich gleich das Kontaktformular der Sendung nutzte, um meinem Missmut Luft zu machen:

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Klartext im „Offenburger Tageblatt“

„Amerikas vergessener Friedhoft“
Überschrift im „Offenburger Tageblatt“

Wenn sich Journalisten mit einem Thema sachlich und unvoreingenommen auseinandersetzen, wenn man die Welt so beschreibt, wie sie ist und nicht, wie sie vielleicht sein sollte, wenn Tatsachen zählen und nicht die eigene Meinung oder gar Haltung, dann könnte dieses Weblog sofort seinen Betrieb einstellen und wäre vollkommen überflüssig.

Leider sind wir davon wohl noch ziemlich weit entfernt.

Es ist aber durchaus möglich, gut recherchierte und faktenstrotzende Artikel zu schreiben, wie ein Artikel aus der Feder von Redakteur Friedemann Diederichs am 8. August 2019 im „Offenburger Tageblatt“ beweist. Schon die Einleitung geht mit der eigneen Zunft hart ins Gericht:
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Überraschung: ARD kann auch Fakten!

Das hätte man nicht für möglich gehalten, aber die ARD-Faktenfinder haben tatsächlich eine von der DPA übernommene Agenturmeldung nachträglich korrigiert, da dort, wie üblich, gegen Waffenbesitz agitiert wird und unseriöse Zahlen der Gun-Control-Lobby verbreitet wurden.

Hier die ARD-Faktenfinder-Meldung ausnahmsweise als Vollzitat. Man weiß ja nie, wozu es gut ist…

Schusswaffen

250 „Mass Shootings“ in den USA?
Stand: 05.08.2019 17:32 Uhr

Nachdem zwei Männer in den USA 29 Menschen erschossen haben, sprechen viele deutsche Medien von mehr als 250 Vorfällen dieser Art in diesem Jahr. Doch diese Zahl stimmt nur bedingt.

Von Andrej Reisin, NDR

Die „Deutsche Presseagentur“ berichtete, beim Attentat von El Paso handle es sich um das 250. Ereignis, „bei dem mindestens vier Menschen getötet wurden“. Doch diese Angabe ist falsch, denn gezählt werden bei dieser Aufstellung alle Vorfälle mit mehr als vier Getöteten oder Verletzten. Obwohl sich die Agentur später korrigierte, steht die falsche Angabe bei vielen Medien nach wie vor, unter anderem bei „ZEIT Online“ und Arte. Auch tagesschau.de hatte zunächst die falsche Definition übernommen. Diese Angabe kommt von der Nichtregierungsorganisation „Gun Violence Archives“, die sich gegen Schusswaffengewalt einsetzt.

Keine eindeutige Definition

Tatsächlich gibt es für solche Ereignisse keine allgemein anerkannte Definition, sondern verschiedene Annäherungen: Ein US-Bundesgesetz von 2013, das die Behörden bei der Aufklärung von GewaItkriminalität unterstützen soll, definiert als „Mass Killing“ einen Vorfall, bei dem mindestens drei Menschen getötet wurden – ohne den oder die Täter. 2015 definierte ein Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongress ein „Mass Murder with Firearms“ als „einen Vorfall, bei dem vier oder mehr Menschen im Rahmen eines Ereignisses mit Schusswaffen getötet werden, an einem oder mehreren dicht beieinanderliegenden Orten“. „Gun Violence Archive“zählt dagegen Ereignisse, bei denen „vier oder mehr Menschen getötet oder verletzt werden“ – ohne den oder die Täter. Die vom „Gun Violence Archive“ geführte Liste ist diejenige, auf die sich viele Medien berufen.
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Pressefreiheit, german style

Vor ein paar Tagen wurde der „Tag der Pressefreiheit“ gefeiert und dem Pressefreiheiterzeugniskonsumenten auf allen Vertriebskanälen eingetrichtert, wie wichtig diese sei und wie die bösen Trumps und Orbans und andere diese einschränken wollen.

Wenn man sich aber anguckt, wozu deutsche Journalisten ihre Pressefreiheit nutzen, dann könnte man auf die Idee kommen, dass hierzulande Pressefreiheit mit Kunstfreiheit verwechselt wird. Und diese Kunst besteht darin, unliebsame Fakten so zu umschreiben, dass der Leserschaft das Vorhandensein eines großen Problems suggeriert wird, wo eigentlich das genaue Gegenteil der Fall ist.

So berichtet ein Jan Dirk Herbermann, seines Zeichens „SZ-Korrespondent in Genf“, unter der reißerischen Überschrift „Private Hochrüstung am Alpenrand“ sehr tendenziös über die bevorstehende Volksabstimmung in der Schweiz bezüglich der Übernahme der EU-Schusswaffenrichtlinie.

So „informiert“ er die Leser der „Sächsischen Zeitung“ unter anderem:

„Die Schusswaffentoten, die Zahl liegt seit Jahrzehnten fast immer deutlich über 200, gelten als bedauerliche Einzelfälle.“

Welche Schlussfolgerung wird ein Zeitungsleser ohne weiteren Bezug zur Schweiz auf Grund solcher Informationen ziehen, außer, dass man angesichts 200 Schusswaffentoten dringend den Zugang zu Schusswaffen erschweren muss?
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Betreutes Denken: Die „Leipziger Internet-Zeitung“ und ein Leserbrief

Ich bin jetzt etwas über 50 Jahre alt und schreibe seit ungefähr 1985 mehr oder weniger regelmäßig Leserbriefe an Zeitungen und Zeitschriften, wenn ich meine, einen dargestellten Sachverhalt durch meinen Senf korrigieren oder ergänzen zu müssen.

In diesen dreieinhalb Jahrzehnten ist das dann immer so abgelaufen, dass der Leserbrief, ggf. redaktionell gekürzt, veröffentlicht wurde oder eben nicht. Manche der veröffentlichten Leserbriefe provozierten Reaktionen, entweder ebenfalls als Leserbrief oder durch persönliche Kontaktaufnahme zwecks Missfallens- bzw. Beifallsbekundung. Ab und an lag auch ein anonymer Drohbrief im Briefkasten, das nehme ich aber sportlich und halte es wie einst Adenauer: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“:

Noch nie sah sich eine Redaktion aber genötigt, aus einem meiner Leserbriefe gleich einen eigenen Artikel zu machen und meine Meinungsäußerung zum Anlass zu nehmen, mir deshalb die Leviten meinen lesen zu müssen. Noch nie. Bis jetzt.
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Grüne Waffenexpertise als Leitbild: Kriegswaffenähnliche Gewehre

Man könnte meinen, dass ganze Heerscharen von Terror- und Schusswaffen“experten“ in Redaktionsstuben und Parteizentralen nur darauf gewartet haben, dass „endlich“ ein Anschlag wie in Christchurch geschieht. Die Terrorattacken von Nizza, Berlin, Stockholm, London oder Manchester hatten alle einen Schönheitsfehler. Die verwendeten Tatmittel „Kraftfahrzeug“ oder „Sprengstoff“ konnten nicht dazu genutzt werden, den Kreuzzug gegen legal besessene Schusswaffen neu zu befeuern. Da kam Christchurch gerade recht, um Nizza & Co. vergessen zu lassen und wieder gegen „kriegswaffenähnliche“ Gewehre zu agitieren, die hierzulande, Skandal aber auch, noch nicht verboten sind.

So stellt Redakteur Andreas Baumer auf „Businessinsider“ die wohl rhetorisch gemeinte Frage:

Hierzulande sind nur Kriegswaffen, Maschinengewehre etwa, generell verboten, nicht aber halbautomatische Waffen wie das beim Christchurch-Angriff verwendete AR-15-Gewehr. Warum eigentlich?

Nun, würde sich Herr Baumer bei seinen Recherchen an die Fakten der Polizeilichen Kriminalstatistik oder dem Bundeslagebild Waffenkriminalität halten, wäre sein Artikel schnell beendet. Und zwar mit der schlichten Feststellung, dass legal besessene Schusswaffen, insbesondere Langwaffen, deliktisch nahezu irrelevant sind.

Aber Fakten interessieren nicht und stören eher. Stattdessen bemüht man die bekannten Hirnfürze der Grünen, die, ganz „Bürerrechtspartei“, nichts unversucht lassen, um gewohnt faktenbefreit gegen Waffenbesitzer zu hetzen.

Auch diesmal, nach dem Anschlag in Neuseeland, fordern zumindest die Grünen erneut in Deutschland ein strengeres Waffenrecht. Die Entschlossenheit der neuseeländischen Regierung müsse sich die Bundesregierung „zum Vorbild nehmen“ und ihre Blockadehaltung beim Waffenrecht aufgeben, erklärten Irene Mihalic, Grünen-Sprecherin im Ausschuss für Inneres und Heimat, und Fraktionsvize Konstantin von Notz in einer Pressemitteilung. Konkret fordern sie, insbesondere die Verfügbarkeit von „Waffen, die leicht zu automatischen Waffen umgebaut werden können und deshalb geeignet sind, in kurzer Zeit viele Menschen zu töten“, erheblich einzuschränken.

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Gun Control sei Dank: Britische Armee kann sich wieder auf die Straße trauen!

Der vorläufige Höhepunkte einer tollen Erfolgsgeschichte:

Nach der Entwaffnung der Rechtstreuen ist es in England jetzt so sicher, dass sich demnächst sogar schwer bewaffnetes Militär wieder auf die Straßen trauen kann.

Wer erinnert sich da nicht zurück an die finsteren Zeiten vor 1996, als unbescholtenen Bürgern der Besitz von Kurzwaffen noch erlaubt war und nur bis an die Zähne unbewaffnete Bobbies mühsam die Gesetzestreuen davon abhalten konnten, sich ständig gegenseitig über den Haufen zu schießen…

Ein toller Erfolg für Gun Control, von dem man ganz bestimmt bald in jedem seriösen deutschen Leit- und Qualitätsmedium hören und sehen wird. Ehrenwort!

Screenshot: Facebook

Fragwürdiges Jubiläum: Zehn Jahre Amoklaufverwertung


Auch im zehnten Jahr nach der Bluttat von Winnenden läuft alles nach dem altbekannten Muster ab:

Roman Grafe saugt sich eine Presse-Erklärung aus den Fingern, die aus den mittlerweile sattsam bekannten Textbausteinen seiner äußerst speziellen Wahrnehmung der Wirklichkeit besteht. Die üblichen wüsten Beschimpfungen und Hasstiraden, die billigen Hütchenspielertricks mit willkürlich zusammengeschusterten „Statistiken“ und in den Raum gestellten, angeblichen Opferzahlen.

Sein persönlicher Kreuzzug, seine heilige Inquisition gegen die uneinsichtigen Sportschützen, die sich partout weigern, sich seinen Glaubensgrundsätzen zu unterwerfen, erhalten wieder ein paar Tage mediale Aufmerksamkeit. Im Jubiläumsjahr, zur „Feier“ der Tragödie sozusagen, wird via Pressemitteilung auch noch fleißig die Werbetrommel für seine neue Schwarte gerührt. Die Einnahmequelle „Opferinstrumentalisierung“ muss weiter sprudeln.

Von daher wäre das Schlimmste, was ihm passieren kann, dass sich politische Mehrheiten finden, die seine feuchten Totalentwaffnungsträume eins zu eins in die Realität umsetzen. Vorbei wären die Zeiten, wo man sich eine Handvoll von mehreren Tausend Tötungsdelikten jährlich herauspicken und dazu missbrauchen kann, um die eigene Propagandamaschinerie zu schmieren. Ohne das so schön skandalisierbare Tatmittel „legal besessene Sportwaffe“ und die daraus irgendwie abgeleiteten Opferzahlen, müsste er sich ein neues Tätigkeitsfeld suchen.
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Potenzieller Qualitätsjournalismus

Bei dem hanebüchenen Unsinn, der in Deutschland von den überregionalen Medien üblicherweise rund ums Thema Sportschützen bzw. legaler Waffenbesitz verbreitet wird, gerät man leicht in Versuchung, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Optimistisch dahingehend, dass man sich leichtfertig dazu hinreißen lässt, den verantwortlichen Redakteuren ein „dümmer geht’s nimmer“ zu unterstellen. Und damit der Hoffnung Ausdruck zu geben, dass sich fortan das Niveau nicht weiter absenken lässt.

Doch wie das mit Hoffnungen so ist, sie werden enttäuscht.

Der heutige Preisträger des Niveau-Limbo heißt Jan Berger und dichtet für den Bild-Online-Verschnitt Tag24 Dresden:
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