Klartext im „Offenburger Tageblatt“

„Amerikas vergessener Friedhoft“
Überschrift im „Offenburger Tageblatt“

Wenn sich Journalisten mit einem Thema sachlich und unvoreingenommen auseinandersetzen, wenn man die Welt so beschreibt, wie sie ist und nicht, wie sie vielleicht sein sollte, wenn Tatsachen zählen und nicht die eigene Meinung oder gar Haltung, dann könnte dieses Weblog sofort seinen Betrieb einstellen und wäre vollkommen überflüssig.

Leider sind wir davon wohl noch ziemlich weit entfernt.

Es ist aber durchaus möglich, gut recherchierte und faktenstrotzende Artikel zu schreiben, wie ein Artikel aus der Feder von Redakteur Friedemann Diederichs am 8. August 2019 im „Offenburger Tageblatt“ beweist. Schon die Einleitung geht mit der eigneen Zunft hart ins Gericht:
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Neues Dream-Team: Grüne & Grafe

Das wurde aber auch Zeit! Nach Monaten endlosen Wartens ohne propagandistisch verwertbares Tötungsdelikt, das man irgendwie einem bösen Sportschützen in die Schuhe schieben kann, hat es fast geklappt: Ein Mann hat mit einer legal besessenen Sportwaffe auf einen Eritreer geschossen und diesen schwer verletzt.

Bei der Affenhitze habe ich aber keine Lust, zum 204. Mal die faktenbefreiten Phrasen von Grünen & Grafe auseinander zu nehmen. Deshalb ein paar Bildchen aus der Konserve.


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Netter Versuch: Hetzpamphlet ist kein „Standardwerk“

Zufälle gibt es…

Da versucht doch ständig jemand mit einer per Anonymisierungsdienst verschleierten IP, bisher erfolglos, ein bestimmtes Buch in mehrere Wikipedia-Artikel als „Standardwerk“ einzuschleusen.

Nein, ganz bestimmt steckt hinter dem Unbekannten nicht der *hüstel* „renommierte“ Autor dieses Buches, der sich niemals zu einer solchen Verzweiflungstat herablassen würde, um doch noch vielleicht ein paar Exemplare zu verkaufen.

Auch ist es reiner Zufall, dass der anonyme Möchtegern-Wikipedianer im gleichen Duktus wie der Verfasser des „Standardwerks“ daherkommt und, genau wie bei einer bestimmten Statistik, sich eine eigene Wirklichkeit erschaffen möchte. Eine Wirklichkeit, in dem ein nicht nachgefragter Ladenhüter eben flugs zum „Standardwerk“ erklärt wird. Blöd nur, wenn man auch dabei ertappt wird…

Gleich bei vier Wiki-Artikeln sollte die Literaturliste ergänzt werden, jeweils eingeleitet mit „Das Buch des renommierten Autors Roman Grafe (Veröffentlichungen zum Thema tödliche Sportwaffen und Amokläufe u. a. in der FAZ, ZEIT, SZ) ist ein Standardwerk und behandelt u. a. (…)“

Da hat jemand wohl etwas zu dick aufgetragen und es mit der Selbstbeweihräucherung und Eigenwerbung überzogen:

Screenshot: Wikipedia
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18:33, 11. Jun. 2019 Unterschied Versionen +116‎ Amoklauf an der Polytechnischen Hochschule Montréal 1989 ‎ Änderung 189127193 von Seesternschnuppe rückgängig gemacht; Das Buch des renommierten Autors Roman Grafe (Veröffentlichungen zum Thema tödliche Sportwaffen und Amokläufe u. a. in der FAZ, ZEIT, SZ) ist ein Standardwerk und behandelt u. a. den Amoklauf in Montreal ausführlich auf mehreren Seiten. Markierung: Rückgängigmachung

18:31, 11. Jun. 2019 Unterschied Versionen +116‎ Amoklauf von Erfurt ‎ Änderung 189127162 von Seesternschnuppe rückgängig gemacht; Das Buch des renommierten Autors Roman Grafe (Veröffentlichungen zum Thema tödliche Sportwaffen und Amokläufe u. a. in der FAZ, ZEIT, SZ) ist ein Standardwerk und behandelt u. a. das Erfurter Schulmassaker auf etlichen Seiten. Markierung: Rückgängigmachung

18:29, 11. Jun. 2019 Unterschied Versionen +116‎ Amoklauf von Winnenden und Wendlingen ‎ Änderung 189127224 von Seesternschnuppe rückgängig gemacht; Das Buch des renommierten Autors Roman Grafe (Veröffentlichungen zum Thema tödliche Sportwaffen und Amokläufe u. a. in der FAZ, ZEIT, SZ) ist ein Standardwerk und behandelt u. a. das Winnender Schulmassakers auf einigen Dutzend Seiten. Markierung: Rückgängigmachung

18:26, 11. Jun. 2019 Unterschied Versionen +116‎ Waffenrecht ‎ Änderung 189127328 von Dandelo rückgängig gemacht; Das Buch des renommierten Autors Roman Grafe (Veröffentlichungen zum Thema tödliche Sportwaffen u. a. in der FAZ, ZEIT, SZ) ist ein Standardwerk und behandelt u. a. die Geschichte des deutschen Waffenrechts seit 1875. Markierung: Rückgängigmachung

Vielleicht hätte Mr. Anonymus, wenn er schon auf Wikipedia unterwegs ist, besser die Gelegenheit genutzt und sich die Definition eines „Standardwerkes“ angeguckt:

Standardwerk oder Standardliteratur ist die Bezeichnung für Werke über deren Inhalte innerhalb des jeweiligen Wissensgebiets ein breiter fachinterner Konsens besteht. Sie bilden entweder die communis opinio oder eine besonders einflussreiche Denkrichtung ab und gelten als unverzichtbarer Referenzpunkt bei der Beschäftigung mit einem bestimmten Thema.

Okay, bis auf „breiter fachinterner Konsens“, „communis opinio“, „einflussreiche Denkrichtung“ und „unverzichtbarer“ Referenzpunkt“ stimmen die meisten anderen Punkte ja fast mit dem überein, was man für gemein hin als „Standardwerk“ bezeichnet.

Oder, wie man dieses Möchtegern-„Standardwerk“ außerhalb des Universums von Meister IP 5.62.41.175 bezeichnet: „Fantastische Literatur/Schauermärchen“.

Die vier Typen der Waffengegner

Nach knapp zwei Jahrzehnten Erfahrung mit Debatten und Diskussionen in Foren, Zeitungs-Kommentarbereichen und in sozialen Netzwerken sind es immer wieder die gleichen vier Typen Waffengegner, die sich entsprechend positionieren. Hier ist meine persönliche Definition:

Typ 1: Lieschen Müller

Typ 1 hat keine Ahnung. Weder vom Waffengesetz, noch von Schusswaffen, ist aber sehr emotional. Typ 1 kennt Schießen und Waffen nur aus der Glotze. Typ 1 lässt sich gerne durch reißerische Zeitungsberichte und Fernsehbeiträge erschrecken und glaubt, was sie sieht und liest und was andere erzählen, die etwas in der Zeitung gelesen und in der Glotze gesehen haben. Und weil sie das glaubt, was sie sieht und liest und man über Waffen und ihre Besitzer kaum neutral und unvoreingenommen schreibt und sendet, ist Lieschen Müller grundsätzlich gegen Waffen in Privatbesitz. Sachlich vorgetragenen Argumenten ist Lieschen Müller gegenüber oft aufgeschlossen. Der Typ „Lieschen Müller“ bekundet meist spontan und anlassbezogen seine Aversion gegen Waffen/Waffenbesitz, zieht sich aus einer Diskussion meistens schnell zurück, wenn die Gegenseite stichhaltige, ihm bis dahin nicht bekannte Fakten einbringt.

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Pressefreiheit, german style

Vor ein paar Tagen wurde der „Tag der Pressefreiheit“ gefeiert und dem Pressefreiheiterzeugniskonsumenten auf allen Vertriebskanälen eingetrichtert, wie wichtig diese sei und wie die bösen Trumps und Orbans und andere diese einschränken wollen.

Wenn man sich aber anguckt, wozu deutsche Journalisten ihre Pressefreiheit nutzen, dann könnte man auf die Idee kommen, dass hierzulande Pressefreiheit mit Kunstfreiheit verwechselt wird. Und diese Kunst besteht darin, unliebsame Fakten so zu umschreiben, dass der Leserschaft das Vorhandensein eines großen Problems suggeriert wird, wo eigentlich das genaue Gegenteil der Fall ist.

So berichtet ein Jan Dirk Herbermann, seines Zeichens „SZ-Korrespondent in Genf“, unter der reißerischen Überschrift „Private Hochrüstung am Alpenrand“ sehr tendenziös über die bevorstehende Volksabstimmung in der Schweiz bezüglich der Übernahme der EU-Schusswaffenrichtlinie.

So „informiert“ er die Leser der „Sächsischen Zeitung“ unter anderem:

„Die Schusswaffentoten, die Zahl liegt seit Jahrzehnten fast immer deutlich über 200, gelten als bedauerliche Einzelfälle.“

Welche Schlussfolgerung wird ein Zeitungsleser ohne weiteren Bezug zur Schweiz auf Grund solcher Informationen ziehen, außer, dass man angesichts 200 Schusswaffentoten dringend den Zugang zu Schusswaffen erschweren muss?
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Betreutes Denken: Die „Leipziger Internet-Zeitung“ und ein Leserbrief

Ich bin jetzt etwas über 50 Jahre alt und schreibe seit ungefähr 1985 mehr oder weniger regelmäßig Leserbriefe an Zeitungen und Zeitschriften, wenn ich meine, einen dargestellten Sachverhalt durch meinen Senf korrigieren oder ergänzen zu müssen.

In diesen dreieinhalb Jahrzehnten ist das dann immer so abgelaufen, dass der Leserbrief, ggf. redaktionell gekürzt, veröffentlicht wurde oder eben nicht. Manche der veröffentlichten Leserbriefe provozierten Reaktionen, entweder ebenfalls als Leserbrief oder durch persönliche Kontaktaufnahme zwecks Missfallens- bzw. Beifallsbekundung. Ab und an lag auch ein anonymer Drohbrief im Briefkasten, das nehme ich aber sportlich und halte es wie einst Adenauer: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“:

Noch nie sah sich eine Redaktion aber genötigt, aus einem meiner Leserbriefe gleich einen eigenen Artikel zu machen und meine Meinungsäußerung zum Anlass zu nehmen, mir deshalb die Leviten meinen lesen zu müssen. Noch nie. Bis jetzt.
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Fragwürdiges Jubiläum: Zehn Jahre Amoklaufverwertung


Auch im zehnten Jahr nach der Bluttat von Winnenden läuft alles nach dem altbekannten Muster ab:

Roman Grafe saugt sich eine Presse-Erklärung aus den Fingern, die aus den mittlerweile sattsam bekannten Textbausteinen seiner äußerst speziellen Wahrnehmung der Wirklichkeit besteht. Die üblichen wüsten Beschimpfungen und Hasstiraden, die billigen Hütchenspielertricks mit willkürlich zusammengeschusterten „Statistiken“ und in den Raum gestellten, angeblichen Opferzahlen.

Sein persönlicher Kreuzzug, seine heilige Inquisition gegen die uneinsichtigen Sportschützen, die sich partout weigern, sich seinen Glaubensgrundsätzen zu unterwerfen, erhalten wieder ein paar Tage mediale Aufmerksamkeit. Im Jubiläumsjahr, zur „Feier“ der Tragödie sozusagen, wird via Pressemitteilung auch noch fleißig die Werbetrommel für seine neue Schwarte gerührt. Die Einnahmequelle „Opferinstrumentalisierung“ muss weiter sprudeln.

Von daher wäre das Schlimmste, was ihm passieren kann, dass sich politische Mehrheiten finden, die seine feuchten Totalentwaffnungsträume eins zu eins in die Realität umsetzen. Vorbei wären die Zeiten, wo man sich eine Handvoll von mehreren Tausend Tötungsdelikten jährlich herauspicken und dazu missbrauchen kann, um die eigene Propagandamaschinerie zu schmieren. Ohne das so schön skandalisierbare Tatmittel „legal besessene Sportwaffe“ und die daraus irgendwie abgeleiteten Opferzahlen, müsste er sich ein neues Tätigkeitsfeld suchen.
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Potenzieller Qualitätsjournalismus

Bei dem hanebüchenen Unsinn, der in Deutschland von den überregionalen Medien üblicherweise rund ums Thema Sportschützen bzw. legaler Waffenbesitz verbreitet wird, gerät man leicht in Versuchung, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Optimistisch dahingehend, dass man sich leichtfertig dazu hinreißen lässt, den verantwortlichen Redakteuren ein „dümmer geht’s nimmer“ zu unterstellen. Und damit der Hoffnung Ausdruck zu geben, dass sich fortan das Niveau nicht weiter absenken lässt.

Doch wie das mit Hoffnungen so ist, sie werden enttäuscht.

Der heutige Preisträger des Niveau-Limbo heißt Jan Berger und dichtet für den Bild-Online-Verschnitt Tag24 Dresden:
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Gute Zahlen, schlechte Zahlen

Mit nichts kann man Menschen besser korrekt informieren und dennoch gleichzeitig manipulieren, als mit Zahlen. Zahlen kann man auf verschiedene Arten präsentieren. Als aboslute Zahl, als relativen Wert. Man kann Zahlen auch in Form von Diagrammen als Grafiken präsentieren.

Das grundlegende Problem bei der Verbreitung von Zahlen ist die meistens fehlende Bezugsgröße. So nimmt der Adressat der Botschaft zwar eine sachlich korrekte Zahleninformation wahr, kann diese aber mangels Vergleichsgröße nicht richtig einordnen.
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Amerikanische Verhältnisse


Am Ostermontag starb in London eine 17-Jährige durch Schüsse aus einem fahrenden Auto. Tanesha Melbourne war bereits das 47. Mordopfer in London in diesem Jahr.

Bereits im Februar und März diesen Jahres musste man in London mehr Mordopfer verzeichnen, als in New York.

Im Februar lag London mit 15 Morden einen vor New York, im März standen 22 Mordopfer in London 21 in New York gegenüber.

Wesentlich verheerender zeigt sich die Entwicklung der Mordrate in diesen beiden Metropolen:

In den vergangenen drei Jahren war die Zahl der Morde in London um 40 Prozent gestiegen. New York, einst berüchtigt für Gewaltverbrechen, konnte die Zahl der Morde seit 1990 um 87 Prozent senken.

Seit 1997, dem Jahr des „Gun Ban“, als man in England alle Kurzwaffen verbot, kennt die Kriminalitätsrate dort fast nur eine Richtung: Stetig nach oben. Der Traum aller Volksentwaffner, das gelobte England, entwickelt sich zum nicht enden wollenden Albtraum.

Die auch heute noch fleißig verbreitete Gun-Control-Kernthese, wonach sich nur das Vorhandensein von Schusswaffen in Bürgerhand direkt auf die Mordrate auswirkt, wird von der Lebenswirklichkeit eindrucksvoll widerlegt. Die Mordrate steigt, trotz Kurzwaffenverbot. Die bösen Buben halten sich, wer hätte das gedacht, auch nicht an Waffengesetze. Und falls man nicht schießt, wird eben um so mehr „gemessert“.

Die „amerikanischen Verhältnisse“, Mutter aller hohlen Phrasen in deutschen Waffenrechtsdiskussionen, findet man heute zunehmend in Metropolen in England. Dem Land mit den strengsten Waffengesetzen in Europa.

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