Nichts zur Sache in Baden-Württemberg

Screenshot: https://www.swrfernsehen.de/zur-sache-bw/av-o1212121-100.html

Wegen des Coronavirus fiel die jährliche Instrumentalisierung der Opfer von „Winnenden“ dieses Jahr fast aus. Aber eben nur fast. Zur Sache ging es im SWR am 12. März um 20.15 Uhr. Wie nicht anders zu erwarten war, sehr einseitig und alles andere als objektiv, weshalb ich gleich das Kontaktformular der Sendung nutzte, um meinem Missmut Luft zu machen:

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Neues vom Märchenonkel Grafe

Es war einmal ein mäßig erfolgreicher Autor, der eine Nische besetzte und ständig andere Leute an Stellen kratzte, an denen es diese Leute nach seiner maßgeblichen Meinung gefälligst zu jucken hätte.

Da es die meisten seiner Mitmenschen aber an ganz anderen Stellen juckte, als er ständig kratzte, versuchte er bei sich jeder bietenden Gelegenheit, diese auf ihre Ignoranz hinzuweisen und sie über die korrekten Juckstellen zu belehren.

Doch so sehr er auch nach Anlässen suchte, der Öffentlichkeit zu ihrem Glück zu verhelfen, so sehr machte ihm die Realität doch einen Strich durch die Rechnung. Es gab zwar jede Menge Juckreize, aber fast nie an den Stellen, die er ständig kratzen wollte…

Doch einmal, in einem Juli, war es wieder so weit

Sowas aber auch! Hat doch mal wieder ein böser Sportschütze dem Herrn Grafe den Gefallen getan, eine tatsächlich legal besessene Waffe für ein versuchtes Tötungsdelikt zu missbrauchen. Diese Gelegenheit wird natürlich wieder genutzt, um im mittlerweile sattsam bekannten Stil eine „Presseerklärung“ herauszuhauen, in der alle Register gezogen werden, um sich an seinem Lieblings-Feindbild abzuarbeiten.

Der versuchte fremdenfeindliche Mord an einem 26jährigen Mann aus Eritrea am Montag im hessischen Wächtersbach wurde durch das lasche deutsche Waffengesetz begünstigt: Auch in diesem Fall hat der Täter als Mitglied eines Schützenvereins die Tatwaffe erwerben können.

Ja, so ist er, der typisch deutsche Sportschütze: Tritt einem Schützenverein bei, erwirbt Waffen, bestreitet Wettkämpfe und das alles nur, weil er in zehn oder zwanzig Jahren einen ihm völlig Unbekannten Eritreer aus rassistischen Gründen totschießen möchte. So hinterhältig und verschlagen sind eben nur Sportschützen.

Und nicht nur das:
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Netter Versuch: Hetzpamphlet ist kein „Standardwerk“

Zufälle gibt es…

Da versucht doch ständig jemand mit einer per Anonymisierungsdienst verschleierten IP, bisher erfolglos, ein bestimmtes Buch in mehrere Wikipedia-Artikel als „Standardwerk“ einzuschleusen.

Nein, ganz bestimmt steckt hinter dem Unbekannten nicht der *hüstel* „renommierte“ Autor dieses Buches, der sich niemals zu einer solchen Verzweiflungstat herablassen würde, um doch noch vielleicht ein paar Exemplare zu verkaufen.

Auch ist es reiner Zufall, dass der anonyme Möchtegern-Wikipedianer im gleichen Duktus wie der Verfasser des „Standardwerks“ daherkommt und, genau wie bei einer bestimmten Statistik, sich eine eigene Wirklichkeit erschaffen möchte. Eine Wirklichkeit, in dem ein nicht nachgefragter Ladenhüter eben flugs zum „Standardwerk“ erklärt wird. Blöd nur, wenn man auch dabei ertappt wird…

Gleich bei vier Wiki-Artikeln sollte die Literaturliste ergänzt werden, jeweils eingeleitet mit „Das Buch des renommierten Autors Roman Grafe (Veröffentlichungen zum Thema tödliche Sportwaffen und Amokläufe u. a. in der FAZ, ZEIT, SZ) ist ein Standardwerk und behandelt u. a. (…)“

Da hat jemand wohl etwas zu dick aufgetragen und es mit der Selbstbeweihräucherung und Eigenwerbung überzogen:

Screenshot: Wikipedia
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18:33, 11. Jun. 2019 Unterschied Versionen +116‎ Amoklauf an der Polytechnischen Hochschule Montréal 1989 ‎ Änderung 189127193 von Seesternschnuppe rückgängig gemacht; Das Buch des renommierten Autors Roman Grafe (Veröffentlichungen zum Thema tödliche Sportwaffen und Amokläufe u. a. in der FAZ, ZEIT, SZ) ist ein Standardwerk und behandelt u. a. den Amoklauf in Montreal ausführlich auf mehreren Seiten. Markierung: Rückgängigmachung

18:31, 11. Jun. 2019 Unterschied Versionen +116‎ Amoklauf von Erfurt ‎ Änderung 189127162 von Seesternschnuppe rückgängig gemacht; Das Buch des renommierten Autors Roman Grafe (Veröffentlichungen zum Thema tödliche Sportwaffen und Amokläufe u. a. in der FAZ, ZEIT, SZ) ist ein Standardwerk und behandelt u. a. das Erfurter Schulmassaker auf etlichen Seiten. Markierung: Rückgängigmachung

18:29, 11. Jun. 2019 Unterschied Versionen +116‎ Amoklauf von Winnenden und Wendlingen ‎ Änderung 189127224 von Seesternschnuppe rückgängig gemacht; Das Buch des renommierten Autors Roman Grafe (Veröffentlichungen zum Thema tödliche Sportwaffen und Amokläufe u. a. in der FAZ, ZEIT, SZ) ist ein Standardwerk und behandelt u. a. das Winnender Schulmassakers auf einigen Dutzend Seiten. Markierung: Rückgängigmachung

18:26, 11. Jun. 2019 Unterschied Versionen +116‎ Waffenrecht ‎ Änderung 189127328 von Dandelo rückgängig gemacht; Das Buch des renommierten Autors Roman Grafe (Veröffentlichungen zum Thema tödliche Sportwaffen u. a. in der FAZ, ZEIT, SZ) ist ein Standardwerk und behandelt u. a. die Geschichte des deutschen Waffenrechts seit 1875. Markierung: Rückgängigmachung

Vielleicht hätte Mr. Anonymus, wenn er schon auf Wikipedia unterwegs ist, besser die Gelegenheit genutzt und sich die Definition eines „Standardwerkes“ angeguckt:

Standardwerk oder Standardliteratur ist die Bezeichnung für Werke über deren Inhalte innerhalb des jeweiligen Wissensgebiets ein breiter fachinterner Konsens besteht. Sie bilden entweder die communis opinio oder eine besonders einflussreiche Denkrichtung ab und gelten als unverzichtbarer Referenzpunkt bei der Beschäftigung mit einem bestimmten Thema.

Okay, bis auf „breiter fachinterner Konsens“, „communis opinio“, „einflussreiche Denkrichtung“ und „unverzichtbarer“ Referenzpunkt“ stimmen die meisten anderen Punkte ja fast mit dem überein, was man für gemein hin als „Standardwerk“ bezeichnet.

Oder, wie man dieses Möchtegern-„Standardwerk“ außerhalb des Universums von Meister IP 5.62.41.175 bezeichnet: „Fantastische Literatur/Schauermärchen“.

Betreutes Denken: Die „Leipziger Internet-Zeitung“ und ein Leserbrief

Ich bin jetzt etwas über 50 Jahre alt und schreibe seit ungefähr 1985 mehr oder weniger regelmäßig Leserbriefe an Zeitungen und Zeitschriften, wenn ich meine, einen dargestellten Sachverhalt durch meinen Senf korrigieren oder ergänzen zu müssen.

In diesen dreieinhalb Jahrzehnten ist das dann immer so abgelaufen, dass der Leserbrief, ggf. redaktionell gekürzt, veröffentlicht wurde oder eben nicht. Manche der veröffentlichten Leserbriefe provozierten Reaktionen, entweder ebenfalls als Leserbrief oder durch persönliche Kontaktaufnahme zwecks Missfallens- bzw. Beifallsbekundung. Ab und an lag auch ein anonymer Drohbrief im Briefkasten, das nehme ich aber sportlich und halte es wie einst Adenauer: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“:

Noch nie sah sich eine Redaktion aber genötigt, aus einem meiner Leserbriefe gleich einen eigenen Artikel zu machen und meine Meinungsäußerung zum Anlass zu nehmen, mir deshalb die Leviten meinen lesen zu müssen. Noch nie. Bis jetzt.
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Fragwürdiges Jubiläum: Zehn Jahre Amoklaufverwertung


Auch im zehnten Jahr nach der Bluttat von Winnenden läuft alles nach dem altbekannten Muster ab:

Roman Grafe saugt sich eine Presse-Erklärung aus den Fingern, die aus den mittlerweile sattsam bekannten Textbausteinen seiner äußerst speziellen Wahrnehmung der Wirklichkeit besteht. Die üblichen wüsten Beschimpfungen und Hasstiraden, die billigen Hütchenspielertricks mit willkürlich zusammengeschusterten „Statistiken“ und in den Raum gestellten, angeblichen Opferzahlen.

Sein persönlicher Kreuzzug, seine heilige Inquisition gegen die uneinsichtigen Sportschützen, die sich partout weigern, sich seinen Glaubensgrundsätzen zu unterwerfen, erhalten wieder ein paar Tage mediale Aufmerksamkeit. Im Jubiläumsjahr, zur „Feier“ der Tragödie sozusagen, wird via Pressemitteilung auch noch fleißig die Werbetrommel für seine neue Schwarte gerührt. Die Einnahmequelle „Opferinstrumentalisierung“ muss weiter sprudeln.

Von daher wäre das Schlimmste, was ihm passieren kann, dass sich politische Mehrheiten finden, die seine feuchten Totalentwaffnungsträume eins zu eins in die Realität umsetzen. Vorbei wären die Zeiten, wo man sich eine Handvoll von mehreren Tausend Tötungsdelikten jährlich herauspicken und dazu missbrauchen kann, um die eigene Propagandamaschinerie zu schmieren. Ohne das so schön skandalisierbare Tatmittel „legal besessene Sportwaffe“ und die daraus irgendwie abgeleiteten Opferzahlen, müsste er sich ein neues Tätigkeitsfeld suchen.
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