Ein zynischer Rückblick auf 2016

Köln
Das abgelaufene Jahr begann mit einem Aufreger. Die Vorfälle von Köln befeuerten die Nachfrage nach freien Selbstverteidigungsmitteln wie Abwehrsprays und Schreckschusswaffen, die Behörden wurden von einer Antragsflut nach dem Kleinen Waffenschein überschwemmt. Natürlich waren Köln und die Folgen Thema vieler Zeitungsartikel, Fernsehberichte und Talkshows. Es wurde relativiert, was das Zeug hält und dem unmündigen Untertan erklärt, dass die Polizei für seine Sicherheit sorge und man auf Selbstverteidigung verzichten und die Abwehr der ohnehin nicht vorhandenen Gefährdung der „Inneren Sicherheit“ gefälligst den Profis überlassen solle.

The same procedure as every year
Die Jahrestage von „Erfurt“ und „Winnenden“ wurde wieder für das alljährliche Sportschützenbashing instrumentalisiert. Aufgrund der seit Jahren anhaltenden teutonischen Amoklaufflaute mittlerweile mit dem regelmäßigen Verweis auf „Utoya“ versehen, schließlich lassen sich nach Ansicht von linksgrünen Hypermoralisten 77 Todesopfer nur unter Verwendung einer legal erworbenen Selbstladewaffe erzielen.

Orlando
Auch der Massenmord von Orlando im Nachtclub „Pulse“ mit 49 Toten und 53 Verletzten war Wasser auf die Mühlen der Waffenverbieter. Betont wurde, dass der Täter das Sturmgewehr vom Typ AR-15 legal erworben habe. Der Versuch von Präsident Obama, im Nachgang endlich seinen Traum von schärferen Waffengesetzen erfüllen und das von US-Demokraten und Gungrabbern gleichermaßen zum Mordinstrument Nummer eins hochstilisierte AR-15 verbieten zu können, zerschellte an der Realität. Das vermeintliche „Sturmgewehr AR-15“ entpuppte sich bei genauem Hinsehen als halbautomatisches Sig Sauer MCX. Außerdem wurde einmal mehr eine per Gesetz waffenfreie Zone zur tödlichen Falle für rechtstreue Bürger. Alle Pulse-Besucher hielten sich an das in Florida geltende Gesetz, wonach man in Bars mit Alkoholausschank keine Waffe führen darf und waren somit wehrlos dem Täter, der sich selbstverständlich nicht ans Gesetz hielt, ausgeliefert.

Nizza
Zum herben Rückschlag, wenn nicht gar zum Super-GAU der vereinigten Waffenbesitzverbieter, entwickelte sich die Terrorattacke am 14. Juli in Nizza. 86 Menschen, die auf der Strandpromenade den französischen Nationalfeiertag begingen, starben. Mehr als 300 wurden zum Teil schwer verletzt. Doch dieses Mal hatte der Attentäter nicht eine Schusswaffe, sondern einen LKW als Tatmittel, unproblematisch und völlig legal gemietet, verwendet. Und für eine Weile verstummten sogar die selbst ernannten „Experten“, die noch wenige Wochen zuvor lautstark bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein Verbot von halbautomatischen Jagd- oder Sportwaffen forderten, weil ausschließlich damit in kurzer Zeit viele Menschen ermordet werden könnten.

Würzburg
Keine Schusswaffe benötigte auch ein sog. „unbegleiteter Flüchtling“, der am 18. Juli in einer Regionalbahn bei Würzburg den wahrscheinlich ersten halbwegs erfolgreichen Terroranschlag des IS in Deutschland verübte. Eine handelsübliche Axt für wenige Euro und ein Messer reichten aus, um vier Menschen schwer zu verletzten. Seine unbewaffneten Mitreisenden waren nicht in der Lage, den Täter zu stoppen. Er wurde auf der Flucht von einem zufällig (?) in der Nähe befindlichen Spezialeinsatzkommando der bayerischen Polizei erschossen.

München
Wenige Tage später geriet dann München als Tatort eines Amoklaufes in die Schlagzeilen. Wieder einmal offenbarte sich das Waffengesetz als absolut ungeeignetes Instrument, um Kriminalität oder gar Amokläufe zu verhindern. Weder Altersgrenzen noch Aufbewahrungsvorschriften, weder fehlendes Bedürfnis noch fehlende Erwerbserlaubnis hinderten einen 18-Jährigen daran, eine großkalibrige Schusswaffe und hunderte Patronen illegal von einem Waffenschieber über das Darknet zu erwerben. Neben der Bereitschaft, geltendes Recht zu ignorieren waren nur eine Internetverbindung und ein vierstelliger Eurobetrag erforderlich. Neun Menschen fanden den Tod.

Ansbach
Aufmerksame Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes verhinderten nur zwei Tage später in Ansbach die nächste Katastrophe: Bei einem Selbstmordattentat starb nur der Rucksackbomber, ein abgelehnter Asylbewerber aus Syrien, dessen Abschiebung ein Jahr zuvor nicht zuletzt durch das Eingreifen eines Bundestagsabgeordneten der Linkspartei verhindert wurde. 15 Personen wurden verletzt. Auch hier verhinderte kein Gesetz die Tat, die Bombe war aus frei erhältlichen Komponenten zusammengebastelt, entsprechende Anleitungen finden sich zuhauf im Internet.

Ludwigshafen
Die Besucher eines Weihnachtsmarktes in Ludwigshafen konnten ebenfalls von Glück reden, dass die von einem Zwölfjährigen (!) deponierten, selbst gebastelten Sprengsätze nicht explodierten. Auch hier haben nicht Gesetze eine Tragödie verhindert, sondern nur die Unfähigkeit des Möchtegern-Täters. Dem Täter dürften andere Gesetze allerdings zu passe kommen, schließlich ist er als Zwölfjähriger noch noch nicht strafmündig.

Berlin
Weniger Glück hatten dagegen die Besucher des Weihnachtsmarktes an der Berliner Gedächtniskirche. Ein Dutzend Menschen bezahlten die Unfähigkeit des Staatsapparates, geltendes Recht umzusetzen oder wenigstens Lehren aus den Anschlägen in Nizza zu ziehen, mit dem Leben. Während man Jahre und hunderte Millionen Euro dafür verplemperte, das „Nationale Waffenregister“ aufzubauen, um die deliktisch nahezu irrelevanten, legal besessenen Schusswaffen doppelt und dreifach kontrollieren und überwachen zu können, sah man sich außer Stande, ein eben solches Register für illegal einreisende Personen oder wenigstens für die Kriminellen darunter einzurichten.

Nicht nur die besonders gegängelten Waffenbesitzer, deren Erwerbserlaubnis schon beim kleinsten Zweifel an ihrer persönlichen Eignung oder Zuverlässigkeit in Gefahr ist, reiben sich verwundert die Augen, was man sich hierzulande dagegen als krimineller, ausreisepflichtiger und als Gefährder eingestufter und überwachter Dschihadist erlauben kann, ohne dass dies auch nur geringste Konsequenzen nach sich zieht.

Nicht Gesetze und Behörden haben schlimmeres verhindert, sondern Łukasz Urban.

Fazit
Kein versuchtes oder geglücktes Massaker, egal ob in Deutschland, Frankreich oder Belgien, wurde durch die geltenden Gesetze verhindert. Und keines davon wäre verhindert worden, selbst wenn die von der EU-Kommission eingebrachten Verschärfungen der Waffengesetze unverändert durch Rat und Parlament gegangen wären.

Der Etikettenschwindel der EU-Kommission ist aufgeflogen, Juncker hat sich am Widerstand vor allem der freiheitsliebenden osteuropäischen Länder eine blutige Nase geholt, während die deutsche Regierung einer Gesetzesverschärfung durch die Hintertür gegenüber wohl sehr zugetan war. Schließlich kann man unpopuläre Maßnahmen dann auf Brüssel schieben und die Hände in Unschuld waschen.

So gesehen, war das Beste am zu Ende gehenden Jahr 2016 der enge Schulterschluss der europäischen Waffenbesitzer, die Entstehung einer gut vernetzten und in den jeweiligen Nationalstaaten tief verwurzelten europäischen Waffenlobby.

Ausblick
Das Beste wird aber erst in 2017 kommen, falls die Nordkoreanisierung Deutschlands so weit voranschreitet und tatsächlich eine staatliche Stelle darüber wachen wird, ob eine Nachricht „wahr“ oder „unwahr“ ist. Immerhin muss der Waffenlobby davor am wenigsten Bange sein, schließlich ist man es gewohnt, mit Fakten und belegbaren Angaben zu hantieren, das wird auch ein „Wahrheitsministerium“ anerkennen müssen.

Auf die Gegner privaten Waffenbesitzes dürften dagegen harte Zeiten zukommen, wenn ihre Verlautbarungen plötzlich auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft werden und ihre Fakenews im Filter hängen bleiben…

Wer keine Waffe hat, der mordet trotzdem

In Deutschland besitzen etwa 2 Millionen Bürger legal ungefähr 5,8 Millionen Schusswaffen. Eine Handvoll dieser Waffen wir jedes Jahr für kriminelle Zwecke oder Tötungsdelikte missbraucht.

In einem der seltenen neutralen und sachlichen Presseartikel, die man zu diesem Thema in den vergangenen Jahren lesen konnte, bescheinigte der „Focus“:

Bei 0,2 Prozent aller Straftaten sind Schusswaffen im Spiel. Nur in fünf Prozent dieser Fälle kamen legale Pistolen und Gewehre zum Einsatz.

Anders ausgedrückt: 99,8 % aller Straftaten kommen gänzlich ohne Schusswaffen aus. Und in den wenigen Fällen, wo eine Waffe im Spiel war, war diese in 19 von 20 Fällen nicht legal im Besitz des Straftäters.
Screenshot ZVW-Onlinepräsenz

So weit die Faktenlage, die – so könnte man zumindest meinen – auch bald acht Jahre nach „Winnenden“ in schwäbischen Provinz-Redaktionsstuben noch in Abrede gestellt wird. Wenn man die Realität ignoriert und statt dessen lieber munter Phrasen drischt und populäre Latrinenparolen aus der Waffenverbieterszene unreflektiert wiederkäut, kommt am Ende so ein „Meinungsartikel“ heraus:

Es ist kein Zufall, dass vor allem Sportschützen und Jäger zu Mördern werden. Sie dürfen legal Waffen besitzen. Und wer eine Waffe hat, der benutzt sie auch. Wenn bei ihm die Sicherungen durchbrennen. Das gilt bei persönlichen Beziehungsproblemen ebenso wie bei politischen Wahnideen.

Ja klar, „vor allem Sportschützen und Jäger“…

Wozu sich als Redakteur mit Fakten befassen, wenn man eine gefestigte „Meinung“ hat.

Dabei reichte schon ein schneller Blick auf Wikipedia, wenn man schon zu bequem ist, sich die vom BKA öffentlich zur Verfügung gestellten Zahlenreihen zu Gemüte zu führen:

In den Jahren 1993 – 2014 wurden demnach in Deutschland von der Polizei 80.840 Straftaten gegen das Leben registriert. In 41.289 Fällen blieb es beim Versuch, 39.551 Menschen verloren als Opfer eines Tötungsdeliktes ihr Leben.

Statistisch gesehen ergibt das pro Jahr fast 1.800 oder täglich fünf Opfer von Mord und Totschlag. Die Anzahl von den angeblich 230 „Sportmordwaffenopfern“ aus 25 Jahren wird durch den alltäglichen Mord und Totschlag alle sechs Wochen erreicht, die Opferzahl von „Winnenden“ alle dreieinhalb Tage.

Wenn die Verfügbarkeit von Schusswaffen das Problem wäre, müsste die Zahl der Opfer von Tötungsdelikten bei wenigen Prozent der tatsächlichen Zahl liegen. Es gäbe nicht 1.800 Todesopfer zu beklagen, sondern ein oder zwei Dutzend.

Dass dem nicht so ist, liegt eben daran, dass außerhalb des Paralleluniversums von Martin Winterling hauptsächlich mit Händen, Messern, Beilen und allerlei anderen Haushaltsgegenständen getötet wird, aber höchst selten mit legalen Jagd- oder Sportwaffen.

Der Amoklauf in Winnenden war vor Jahren ein Anlass, dass der Staat aufwachte und den Zugang zu Waffen ein wenig erschwert und vor allem die Kontrollen verschärft hat. Das war gut und richtig.

Nein, der Staat ist nicht „aufgewacht“. Der Gesetzgeber hat sich von hysterischen Medien und hyperventilierenden Politikern zu einer Überreaktion hinreißen lassen und reine Anlassgesetzgebung betrieben. Nur absolute Realitätsverweigerer glauben daran, dass man den vorsätzlichen Bruch geltender Gesetze ausgerechnet durch noch mehr und noch strengere Gesetze verhindern kann.

Deutschland ist von amerikanischen Verhältnissen weit entfernt. Welch ein Glück. Die Todesrate in dem hochgerüsteten Volk ist ungleich höher. Weil dort jeder eine Waffe zur Hand hat, zieht er diese auch schneller.

Leider ist Deutschland auch von den journalistischen Standards der USA so weit entfernt, wie die Erde von der Sonne. Davon abgesehen, dass die „Todesrate“ in einem Volk mit 320 Millionen Einwohnern zwangsläufig höher ist, als in Ländern mit einer ein Drittel so großen Bevölkerung. Wenn man schon von den Zuständen im eigenen Land nicht den blassesten Schimmer hat, dann muss man natürlich auch noch die völlige Unkenntnis der sog. „amerikanischen Verhältnisse“ in die Welt posaunen.

Umso hartnäckiger verteidigt hierzulande die Waffenlobby ihre Pfründe. Ihr Argument stimmt sogar: Nicht die Waffen an sich sind das Problem, sondern was deren Besitzer mit ihnen anstellen. Doch dieses Argument gilt eben auch umgekehrt: Weil nicht jeder Mensch zuverlässig und vertrauenswürdig ist, sollten möglichst wenig Leute überhaupt Waffen besitzen.

Wenn von zwei Millionen Waffenbesitzern zehn pro Jahr ihre Waffen missbrauchen, dann liegt die Missbrauchsquote bei 0,0005% jährlich. Bei jährlich 1.800 vollendeten Tötungsdelikten bei 82 Millionen Bürgern liegt die Quote bei 0,0022%.

Herr Winterling sollte sich demnach lieber vor den Nichtwaffenbesitzern fürchten. Die Wahrscheinlichkeit, durch einen solchen mittels Tatmittel „Haushaltsgegenstand“ unfreiwillig aus dem Leben zu scheiden, liegt um den Faktor vier höher, als von einem bösen Sportschützen mit dessen Schusswaffe gemeuchelt zu werden.

Die Wirklichkeit zu akzeptieren bedeutet aber auch anzuerkennen, dass eben jeder Mensch zum Mörder oder Totschläger werden kann. Egal, ob er in seiner Freizeit mit Schusswaffen oder Briefmarken hantiert, ob er am Fließband oder im Verkauf arbeitet oder eben als hypokritscher Lokalredakteur mit Hang zum Moralaposteltum bei irgend einem Käseblatt.

rbb „Klartext“: Latrinenparolen als Methode

Geballte Latrinenparolen, heiße Luft mit null Informationsgehalt – oder wie man es beim rbb nennen würde, „Klartext“: Unter der Überschrift „Angstmachen als Methode“ agitiert der rbb in der „Klartext“-Sendung von 13.04.2016 einmal mehr gegen die „Alternative für Deutschland“ bzw. deren stellvertretende Vorsitzende, Beatrix von Storch.

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Die schlimme Frau von Storch, aber auch.

Aber, sie befürwortet auch etwas: zum Beispiel mehr Waffen.

O-Ton Beatrix von Storch, Parteivorsitzende AfD Berlin

„Ein freier Staat zeichnet sich dadurch aus, dass er seinen Bürgern den legalen Waffenbesitz erlaubt. Je totalitärer Staaten sind, desto mehr schränken Sie den legalen Waffenbesitz ein.“

Ja, wie dumm ist das denn! Weiß doch jeder, dass das totaler Quatsch ist, was die Frau von Storch da labert. Deshalb hat die rbb-Redakteurin Iris Marx auch sauber recherchiert und ein paar Beispiele totalitärer Staaten genannt, in denen das nicht so ist.

So ähnlich, jedenfalls. Also doch nicht. Ist ja auch nicht so wichtig. Frau Marx weiß statt dessen:

Autorin

„Es geht ja hier auch darum, dass man Fälle sieht, dass sich Schüler die Waffe aus dem Elternhaus besorgen und in der Schule amoklaufen. Vor dem Hintergrund ist es schwer nachvollziehbar, warum das noch ausgeweitet werden soll.“

Ja, das ist doch einmal Klartext! Fakten, statt diese Phrasendrescherei der Frau von Storch. Es gibt so viele Fälle von Schülern, die Waffen aus dem Elternhaus besorgt und in der Schule Amok gelaufen sind, dass man gar nicht erst die Mühe machen muss, einige aufzuzählen. Dabei gäbe es so viele nennenswerte Amokläufe, die nach genau diesem Schema abgelaufen sind: Winnenden zum Beispiel, Winnenden, Winnenden, Winnenden oder Winnenden. Und Winnenden, natürlich. Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen. Und das waren jetzt erst die Fälle seit 2009.

Eins zu null für die Autorin Iris Marx, die nachsetzt:

„O-Ton Beatrix von Storch, Parteivorsitzende AfD Berlin

„Die Zahl der Straftaten, die mit legalen Waffen, mit legalen Waffen begangen werden, ist zu vernachlässigen.“

Unglaublich! Wie ignorant ist das denn? Glaubt die olle von Storch etwa, was die von der Waffenlobby gesteuerten BKA-Fritzen in ihren zusammenfantasierten Pamphleten aus der Reihe „Bundeslagebild Waffenkriminalität“ verbreiten? Solche Hirngespinste kann doch wirklich nur so eine AfD-Tusse glauben, ha-ha! Solches krude Zeug wie:

Straftaten, bei denen Schusswaffen verwendet wurden, machen lediglich rund 0,2% aller in der PKS erfassten Fälle aus. Das für die Bevölkerung aus der Waffenkriminalität resultierende Gefährdungspotenzial ist daher insgesamt als gering zu bewerten, wenngleich für einzelne Betroffene durch den illegalen Einsatz von Schusswaffen eine erhebliche Gefährdung für Leib und Leben verbunden sein kann.

Zum Glück hat der rbb diese Angstmacherei der Beatrix und ihre offensichtlich höchst dubiosen Quellen entlarvt – zwei null für die taffe Iris! Die holt derweil zum nächsten Konter aus:

Zu vernachlässigen? Bei den Amokläufen in den vergangenen Jahren sind über 30 Menschen durch legale Waffen getötet worden.

Über 30 Tote bei Amokläufen durch legale Waffen in den „vergangenen Jahren“! Also genau genommen, seit 2002, also seit 15 Jahren. Und wenn man es mit der Definition von „legalen Waffen“ nicht so genau nimmt. Und wenn es einen nicht interessiert, dass in diesen „vergangenen Jahren“, wenn man 2002 beginnt, es ca. 20.000 vollendete Tötungsdelikte gab und der Anteil von legalen Schusswaffe als Tatmittel im Promillebereich liegt.

Und da bezeichnet die Beatrix von Storch die deliktische Relevanz von legalen Schusswaffen, die sich im hohen homöopathischen Bereich abspielt, doch tatsächlich als „zu vernachlässigen“! Skandalös! Aber nicht mit Iris Marx – drei null!

Bei so viel geballter Kompetenz der rbb-Redakteurin darf natürlich auch der präzise Blick in die USA nicht fehlen:

In den USA, wo die Waffengesetze sehr liberal sind, sind 2015 durch Waffen mehr junge Menschen unter 26 getötet worden als durch Autounfälle.

Treffer, versenkt. Vier null für Iris, die die Beatrix da jetzt mal so richtig vorgeführt hat.

Welche Relevanz für ein innenpolitisches Thema in Deutschland die Bandenkriminalität mit ihren hohen Opferzahlen in den USA besitzt, hat die Frau Marx den Zuschauern leider nicht erklärt. Auch nicht, warum sie nicht z. B. die Schweizer Schusswaffenopfer unter 26 heran gezogen und mit Verkehrstoten verglichen hat. Und was das überhaupt mit den paranoiden Waffengesetzen in Deutschland und der Aussage von Frau von Storch zu tun hat.

Der ehemalige Bundespräsident und SPD-Politiker Gustav Heinemann wird übrigens wie folgt zitiert:

„Ein Staat ist immer nur so frei wie sein Waffengesetz.“

Nach rbb-Klartext-Lesart eindeutig „AfD“…

Sachsen: Bogensport „gefährliche“ Sportart

Wenn politisch verantwortliche Personen ihr persönliches Befinden und Emotionen über rational getroffene Entscheidungen stellen, kommt selten etwas Gutes dabei heraus. Nicht nur angesichts der von Frau Merkel durch warme Worte und wohlmeinende Gesten ausgelösten Völkerwanderung Richtung Deutschland offenbart sich, dass das man gerade Entscheidungen von enormer Tragweite wie in der Asylpolitik nicht von der aktuellen, persönlichen Gefühlslage abhängig machen sollte.

Nach dem Motto „emotional vor rational“ scheint man aber auch im Sächsischen Kultusministerium Entscheidungen zu fällen.

So berichtet die „Sächsische Zeitung“, Lokalausgabe Kamenz in der Ausgabe vom 1. Oktober 2015 über das Auslaufen des Ganztagesangebot (GTA) „Bogensport“ in der Oberschule Elstra. Nach sechs Jahren ist man im Kultusministerium nämlich zu der Auffassung gekommen, Bogensport sei „gefährlich“. Die Unfallkasse Sachsen würde Bogensport nicht mehr versichern, deshalb könne man dieses GTA nicht mehr fördern.

Den Beweis für die unterstellte „Gefährlichkeit“ von vereinsmäßig organisiertem Bogensport bleibt man natürlich schuldig. Vermutlich ist die vermeintliche „Gefährlichkeit“ ein reines Fantasieprodukt einiger Amtspersonen, die zu viel schlechte Indianer- oder Robin-Hood-Filme konsumiert haben und deren Vorstellungskraft es nicht hergibt, dass man einen Pfeil auch auf eine Ringscheibe abschießen kann und nicht nur auf zwielichtige Cowboys im Wilden Westen oder mittelalterliche Steuereintreiber aus Nottingham.

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Jens Wegemann versteht die Welt nicht mehr. Seit gut sechs Jahren brachte ser Bischheimer Schülern der Elstraer Oberschule das Bogenschießen bei. Nun darf er das nicht mehr. Das Ganztagsangebot (GTA) Bogensport ist vom Plan gestrichen.

Der Grund ist ein administrativer. Der von Jens Wegemann geleitete Kurs wird nicht mehr gefördert, weil das Ministerium das Bogenschießen als gefährliche Sportart eingestuft hat. „Im Rahmen von Ganztagsangeboten dürfen nur Sportangebote durchgeführt werden, bei welchen die Schüler durch die Unfallkasse Sachsen versichert sind“, teilt Dirk Reelfs, Pressesprecher des sächsischen Kultusministeriums, auf SZ-Anfrage mit. Bogenschießen gehöre nicht dazu.

Seltsam nur, dass man bei der Interntesuche nach „gefährlichen Sportarten“ nicht auf Bogenschießen stößt und entsprechende Statistiken ein ganz anderes Bild liefern:

Gesundheitsberichte NRW – Sportunfälle auf Seite 12/13:

Todesfälle sind im Sport ein außergewöhnlich seltenes Ereignis. Die Statistik der größten deutschen Sportversicherung weist etwa einen Todesfall auf 100.000 Sporttreibende im Jahr aus. Über 70 % der Fälle sind in Herz-Kreislaufkrankheiten bzw. -komplikationen begründet, nur jeder fünfte ist die Folge eines Unfalls. Damit resultiert der Tod in der weitaus überwiegenden Zahl der Ereignisse nicht unbedingt aus einem sportartspezifischen Risiko. Er hätte auch bei irgendeiner anderen anstrengenden Tätigkeit eintreten können.
In der Reihenfolge der Sportarten liegt Fußball mit 28,2 % aller tödlich verlaufenen Unfälle vor Tennis mit 8 % und Radsport mit 6,3 %. Es folgen Turnen (5,4 %), Tischtennis (4,5 %) und weitere. Der Anteil der traumatisch bedingten Todesfälle variiert von Sportart zu Sportart recht stark. So finden sich im Luft- oder Motorsport fast ausschließlich traumatische also unfallbedingte Todesfälle, während im Fußball oder Handball nicht einmal jeder zehnte unter diese Kategorie fällt. Interessanter ist es daher, nach dem relativen Risiko zu fragen, mit dem ein Unfall mit Todesfolge innerhalb einer bestimmten Sportart auftritt.
Setzt man die Todesfälle in ein Verhältnis zu den Mitgliederzahlen in den jeweiligen Sportarten, dann geht man im Luft-, Rad- oder Motorsport ein gegenüber dem Gesamtdurchschnitt aller Sportarten 20 bis 40fach höheres Risiko ein, einen tödlichen Unfall zu erleiden.
Der zuvor wiederholt als Unfallschwerpunkt identifizierte Fußball weist dagegen ein gegenüber
dem Luftsport hundertfach geringeres Risiko auf.(…)
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Die Positionen von Kegeln, Schießsport und Behindertensport sind nicht weiter zu interpretieren,
da die den Unfällen zugrunde liegenden Situationen zu unterschiedlich sind. Auch Ski und Reiten nehmen eine Sonderstellung ein, da man sich in beiden Fällen mit relativ großer Geschwindigkeit im freien Gelände bewegt, wobei im Falle des Reitens die vergleichsweise große Masse des Pferdes eine Rolle spielt. Betrachtet man die Nicht-Wassersportarten, d.h. die Sportarten, bei denen die Gefahr des Ertrinkens nicht besteht, so scheint das Risiko von Unfällen mit Todesfolge recht eng an die Geschwindigkeit gekoppelt zu sein, mit der Kollisionen bzw. Stürze stattfinden.(…)

Geht man davon aus, dass auch die aktuellen Zahlen nicht wesentlich von der aus dem Jahr 2003 stammenden Statistik abweichen dürften, dann müsste eigentlich zuerst das Reiten von den Ganztagesangeboten ausgeschlossen werden. Dem ist aber nicht so, wie z. B. ein Blick auf die Homepage der nur wenige Kilometer von Elstra gelegenen 2. Oberschule Kamenz offenbart:

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Wenn selbst die „Risikosportart“ Reiten versicherbar ist, dann sollte es das statistisch gesehen völlig harmlose Bogenschießen erst recht sein.

Geradezu lächerlich ist die Position des Kultusministeriums, wenn man die Punkte zitiert, die beim Therapeutischen Bogenschießen, als besonders positiv hervorgehoben werden:

Es fördert in idealer Weise Körperspannung, Koordination und Konzentration und trägt damit zur Einheit von Körper, Geist und Seele bei.

Wirkungsweisen des therapeutischen Bogenschießens:
• Kräftigung der gesamten Muskulatur, Fuß- bis Nackenmuskulatur
• Besondere Kräftigung der Rücken-, Schulter- und Brustmuskulatur
• Verbesserung der Koordination
• Verbesserung der Körperhaltung
• Positiver Einfluss auf die Atmung
• Verbesserung des Konzentrationsvermögens
• Mentales Training
• Verbesserung der Muskelausdauer
• Erleben von Anspannung und Entspannung
• Förderung und Schärfung der eigenen Körperwahrnehmung
• Förderung des Selbstbewusstseins
• Hoher Spaßfaktor
• Stressbewältigung

Bogenschießen vereint Dinge, die als Gegensatz wahrgenommen werden:
• Stille vs. Aktivität
• Spannung vs. Entspannung
• Meditation vs. Alltagsstress
• Festhalten vs. Loslassen
• Zielstrebigkeit vs. Zögern
• Konfrontation mit Misserfolg, Frustrationen und überhöhtem Leistungsdruck vs. Erfolgserlebnis, Ansehen, gestärktes Selbstvertrauen und Disziplin

Indikationen:
• Personen mit Wirbelsäulenproblematik
• Personen mit anderen orthopädischen Diagnosen
• Personen mit körperlichen Einschränkungen und/ oder geistiger Behinderung
• Personen mit Angstsymptomatik
• Personen mit Konzentrations-, Lernschwächen und ADHS
• u.v.m.

Die Argumentation des Kultusministerium passt hinten und vorne nicht zusammen.

Es scheint, als dass hier die subjektive Wahrnehmung nach dem Motto „Schießen ist gefährlich, Reiten ein harmloser Mädchensport“ die Ursache des Übels ist und die Unfallkasse Sachsen als Begründung nur vorgeschoben wurde.

Da auf den Internetseiten der Unfallkasse Sachsen weder die Suchbegriffe „Bogensport“, „Risikosport“ oder „gefährliche Sportarten“ Treffer lieferten, habe ich dort angefragt und um eine Stellungnahme zum geschilderten Sachverhalt gebeten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem Zeitungsartikel in der Sächsischen Zeitung, Lokalausgabe Kamenz vom 1.10.2015 über das Auslaufen des Ganztagesangebot „Bogensport“ in der Oberschule Elstra wird behauptet, die Unfallkasse Sachsen stufe „Bogensport“ als „gefährlich“ ein und deshalb sei diese Sportart nicht versicherbar und könne deshalb vom Kultusministerium nicht mehr gefördert werden.

Bitte teilen Sie mir mit, ob diese Darstellung zutreffend ist und falls ja, auf Grund welcher Statistiken „Bogensport“ gefährlicher als andere, weiterhin versicherte Sportarten sein soll.

Besonders würde mich dann auch interessieren, wie viele Unfälle es in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit „Bogensport“ gab, die die Unfallkasse Sachsen zu regulieren hatte oder wenigstens ihr zur Kenntnis gereichten.

Für eine zeitnahe Antwort bedanke ich mich im Voraus.

Die so gut wie nichtssagende Antwort erhielt ich einen Tag später:

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 01.10.2015 über unser Kontaktformular.

Als gesetzlicher Unfallversicherungsträger haben wir unsere Mitgliedsunternehmen zu beraten, Rechtsgrundlage stellt § 21(2) des SGB VII dar. Anfragen von Privatpersonen beantworten wir grundsätzlich nur im Ausnahmefall.

Sie verweisen zum Auslaufen des Ganztagesangebotes Bogenschießen in der Oberschule Elstra auf einen Zeitungsartikel der Sächsischen Zeitung, Lokalausgabe Kamenz vom 01.10.2015.

Die Bewilligung von Sportangeboten im Rahmen der Förderung von Ganztagesangeboten liegt im Verantwortungsbereich des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und damit dessen Entscheidungshoheit. Den Schulen ist dieser Sachverhalt inclusive der richtlinienkonformen Verfahrensweise nach unserem Wissen bekannt. Die Umsetzung der
Richtlinie obliegt den Schulen auf Grundlage des Schulgesetzes.

Die Schulleitung der Oberschule Elstra kann sich gern an uns wenden, wenn z. B. weiterführende Fragen zum Versicherungsschutz der Schüler bestehen. Unsere Statistiken enthalten im Übrigen keine Angaben zu
Unfällen beim Bogenschießen.

Mit freundlichen Grüßen
Unfallkasse Sachsen

im Auftrag

Ich habe deshalb meinen Landtagsabgeordenten gebeten, sich der Sache anzunehmen und hoffe, dass die Unfallkasse Sachsen gegenüber einem Mandatsträger etwas auskunftsfreudiger ist.

Über den weiteren Fortgang und Klärung der Frage, wer wann das Bogenschießen zur „gefährlichen Sportart“ erklärt und vom Unfallschutz ausgenommen hat, werde ich weiter berichten. Fortsetzung folgt.

Nachtrag 5. Oktober 2015:

Mein Leserbrief wurde heute in der Lokalausgabe Kamenz der „Sächsischen Zeitung“ abgedruckt.

Fakten nach Art des MDR

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Eine der dümmlichsten und zugleich populärsten Verschwörungstheorie in Deutschland ist der von den selbst ernannten „Reichsbürgern“ oder „Kommissarischen Reichsregierung“ gepflegte Mythos der angeblichen „BRD GmbH“. Deren krude Thesen. wonach das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 weiter existiert und alle bundesrepublikanischen Gesetze ungültig wären, halten bei näherer Betrachtung keine fünf Minuten stand. Es finden sich aber immer wieder neue Jünger, die auf die von den „Reichsbürgern“ laienhaft interpretierten und aus dem Zusammenhang gerissenen Versatzstücke von nationalen wie internationalen Gesetzes- und Vertragswerken hereinfallen und ihr neu gewonnenes „Wissen“ in sozialen Netzwerken munter weiterverbreiten.

Kein Journalist, kein Redakteur, der seinen Job halbwegs ernst nimmt, würde es auch nur in Erwägung ziehen, diese gequirlte Kacke zu adeln, in dem man eine solche Ansammlung von Halbwahrheiten und dreisten Lügen als „Fakten“ dem Zuschauer oder Leser präsentiert.

Beim Mitteldeutschen Rundfunkt ist man sich allerdings nicht zu schade, gequirlte Kacke auf Reichsbürgerniveau als „Fakten“ zu präsentieren:

Scheinbar ohne jegliche Plausibilitätsprüfung werden dem MDR-Konsumenten die zusammenfantasierte „Sportmordwaffen“-Statistik des Roman Grafe als „Fakten“ verkauft. Man hat sich in der MDR-Redaktion nicht einmal die Mühe gemacht, einen eigenen Text zu verfassen und gleich die perfide Formulierung des Kreativstatistikers übernommen:

Etwa 150 Menschen wurden seit 1991 mit Schusswaffen von Sportschützen getötet.

Fast gleichlautend heißt es auf der „sportmordwaffen“-Seite:

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Was ist denn nun genau damit gemeint, mit „mit Schusswaffen von Sportschützen getötet“?

Geht es um Sportschützen, die mit Schusswaffen getötet haben oder geht es um Tötungsdelikte, bei dem das Tatmittel eine Sportwaffe war, ungeachtet dessen, ob der Täter selbst Sportschütze war?

Die geschickte Formulierung lässt jede Interpretation zu.

Ob da zwei Teenager eine Familie mit einer gestohlenen Sportwaffe töten,

ob ein Geisteskranker auf einem Schießstand mit einer dort geliehenen Waffe tötet,

ob eine ehemalige Sportschützin drei Menschen tötet, davon einen mit ihrer Sportwaffe –

was nicht passt, wird passend gemacht.

So kommt man dann wenigstens auf ein paar Jahre mit zweistelligen Opferzahlen und kann „sagenhafte“ 150 angebliche Sportwaffenopfer für zwei Jahrzehnte zusammenfantasieren.

Der unbedarfte Leser oder Zuschauer, dem die in die Zehntausende gehende Gesamtzahl der Opfer von Tötungsdelikten im gleichen Zeitraum als Vergleichswert wohlweislich vorenthalten wird, ist Opfer von gezielter Manipulation und Desinformation.

Oder, wie man das beim MDR nennt, „Fakten“.

Die Reichsbürger lassen grüßen.

Download: SportMordWaffen-Liste aufgedröselt (c) Gunboard.de

Die Presse lügt nicht!

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Seit „Pegida“ Montags durch Dresdens Straßen spaziert, knackt es gewaltig im Gebälk von Medien und Parteien.

Deren in der Vergangenheit bewährte Abwehrstrategie, alle Aufmüpfigen rechts der Merkel-CDU sofort mit einem Bombardement von Schlägen mit der Nazikeule zu überziehen und zum Schweigen zu bringen, funktioniert plötzlich nicht mehr.

Jeder schmähende Artikel, jeder erhobene Politikerzeigefinger hat stets für noch mehr Zulauf beim nächsten „Spaziergang“ gesorgt.
Die Medien und speziell die Tageszeitungen sehen sich mit dem Vorwurf der „Lügenpresse“ konfrontiert und reagierten teils verstört, teils verschnupft. Flugs wurde „Lügenpresse“ zum „Unwort des Jahres“ gekürt. Ohne zu hinterfragen, was genau denn als „Lügen“ in der „Presse“ aufgefasst wird. Und mit „Presse“ ist nicht nur die komplette Medienlandschaft, sondern genau so politische und sonstige Interessenvertreter gemeint, die ihre jeweiligen Botschaften über die „Lügenpresse“ verbreiten.

Dabei hätten die Medien bereits seit Jahren mit etwas gutem Willen (oder der Fähigkeit zur Selbstkritik) erkennen können, dass ihre Art und Weise der belehrenden und/oder einseitigen (Hof-)Berichterstattung als solche erkannt und auch offen gelegt wurde. Sportschützen und Jäger mit ihren legal besessenen Waffen waren über Jahre ein beliebtes Ziel solcher Berichterstattung.

Die empörten Reaktionen der Betroffenen in Form von Leserbriefen oder Onlinekommentaren wurden jedoch abschätzig als von der ominösen Waffenlobby gesteuert vom Tisch gewischt. Das war bequem, musste man sich so inhaltlich mit der Kritik erst gar nicht auseinandersetzen. Schließlich genießt die „Waffenlobby“ die gleiche mediale Wertschätzung wie Kernkraft, Sarrazin oder TTIP. Dagegen zu sein, gehört zum guten Ton.
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Anscheinsfakten aus der Mottenkiste

Zwar ist mir die Lust am Bloggen in letzter Zeit etwas abhanden gekommen, aber dank des unaufhörlichen Nachschubs an einseitigen, dümmlichen oder diffamierenden bzw. einseitigen, dümmlichen und diffamierenden Zeitungsartikeln fühlt man sich dann doch wieder genötigt, ab und an in die Tasten zu hauen.

Heute ist wieder so ein Tag, den man besser nicht mit Zeitung lesen am Frühstückstisch begonnen hätte. Dabei klingt die Überschrift doch gar nicht so schlecht:

Zahl privater Waffen in Sachsen steigt“ steht da in der „Sächsischen Zeitung“ auf Seite 6.
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Wenn aber ein Artikel in der Sächsischen Zeitung steht, bei dem vor oder nach der Meldung die drei magischen Buchstaben „dpa“ erscheinen, dann muss man mit dem Schlimmsten rechnen – und wird nicht enttäuscht.

Schon die Einleitung ist äußerst *hüstel* neutral und sachlich formuliert:

Im Freistaat gibt es immer mehr Waffennarren.

Wumm! Da weiß der geneigte Leser schon mal, wohin die Reise geht.

Der folgende Absatz scheint dann nicht so recht ins Weltbild mancher Journalisten zu passen:

Gegenüber dem Jahresanfang 2013 stieg die Zahl registrierter Schusswaffen in Sachsen bis Ende August um über 6.000. Wie das sächsische Innenministerium mitteilte, waren zu diesem Zeitpunkt 26.487 Menschen im Besitz von 137.431 Schusswaffen.

Deshalb musst man die Meldung natürlich gleich durchs Garnieren mit ein paar Anscheinsfakten aus der „Zeit“-Mottenkiste aufhübschen:

Nach einer Erhebung der Wochenzeitung Zeit vom Januar gibt es die meisten Einträge mit 186 je 1.000 Einwohner im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen, die wenigsten in Berlin mit 13. Im Freistaat finden sich die meisten Waffen mit 54 je 1.000 Einwohner im Landkreis Nordsachsen, die wenigsten in Leipzig mit 14. Trotz des Anstiegs der Gesamtzahlen in Sachsen ging die Zahl der Kontrollen in den vergangenen Jahren deutlich zurück, von über 2.000 in 2011 auf nur noch gut 500 im vergangenen Jahr. Durch legal angemeldete Waffen kamen 2013 nach Recherchen der Zeit bundesweit 27 Menschen ums Leben, insgesamt waren es 54 Todesfälle durch Waffengewalt.

Mein Leserbrief ging postwendend an die SZ-Redaktion.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum wiederholten Male verbreitet die Sächsische Zeitung scheinbar völlig ungeprüft Hetze gegen Jäger, Sportschützen und Waffensammler, die auf „DPA“-Mist gewachsen ist.

Schon die Einleitung „im Freistaat gibt es immer mehr Waffennarren“ ist diffamierende Demagogie und kein seriöser Journalismus, den ich
von „meiner“ Zeitung mit immerhin 300 Euro Jahresabopreis verlangen darf.

Oder meint der verantwortliche Redakteur etwa, dass man ein „Narr“ sein muss, wenn man den beschwerlichen, langen und teuren legalen Weg
zum Waffenbesitz wählt, anstatt sich schnell, einfach und ohne ständige Behördenschnüffelei eine illegale Kanone zuzulegen? Sicher
nicht.

Man bedient sich bei der „Zeit“ und schreibt, dass „…bundesweit 27 Menschen durch legale Waffen ums Leben kamen bei insgesamt 54
Todesfällen durch Waffengewalt“. Dem Leser wird aber vorenthalten, dass es sich bei den 27 Fällen in erster Linie um Suizide und Jagdunfälle und eben nicht um Gewaltdelikte gegen Dritte handelt. Durch den Vergleich von Äpfeln und
Glühbirnen entsteht beim unbedarften Leser aber der Eindruck, dass legale Waffen für die Hälfte der Tötungsdelikte mit Tatmittel
„Schusswaffe“ verantwortlich zeichnen.

Legal besessene Schusswaffen sind deliktisch nahezu irrelevant, Jäger und Sportschützen treten entgegen der medialen
Sensationsberichterstattung mit ihren sorgsam gepflegten Klischees eher selten als Täter in Erscheinung.

Die Halb- und Unwahrheiten im betreffenden „Zeit“-Artikel wurde bereits kurz nach seinem Erscheinen im Januar aufgedeckt bzw.
widerlegt. Schade, dass das scheinbar kein seriöses Medium daran hindert, trotzdem weiterhin fleißig daraus zu zitieren und somit
Desinformation im Sinne der Waffenverbots- und Volksentwaffnungslobby zu betreiben.

Bitte lassen Sie in Zukunft wieder mehr Sorgfalt walten und versorgen Sie ihre Leser mit Fakten und nicht mit pseudoinvestigativen
Latrinenparolen fragwürdiger Herkunft.

Mit freundlichen Grüßen

Benedikt Krainz

Artikel zur „dpa“ von meinem Weblog:

http://meinungsterror.de/?p=587

Zum „Zeit“-Artikel:

http://meinungsterror.de/?p=579

bzw.

http://meinungsterror.de/?p=581

Mal gucken, ob er es in eine der nächsten Ausgaben schafft…

Dümmliche „Argumente“ der Waffengegner: Pferde

Die Gegner privaten Waffenbesitzes führen als „Argument“ für eine verpflichtende, zentrale Aufbewahrung zumindest von Kurzwaffen gerne an, dass Reiter ihre Pferde angeblich auch nicht mit nach Hause nehmen würden.

Bei näherer Betrachtung bleibt von diesem „Argument“ nichts übrig.

1. Grundaussage

Auf dem Land ist Pferdebesitz nichts ungewöhnlich und gerade in bäuerlich geprägten Dörfern verfügen zahlreiche Anwesen auch über entsprechende Stallgebäude. Hier werden die Pferde sehr wohl mit „nach Hause“ genommen.

Die Tiere stehen auch nicht den ganzen Tag im Stall, sondern verbringen viel Zeit auf meist frei zugänglichen, nur durch einen niedrigen Zaun begrenzten Koppeln. Und das auch in der Nacht. Ein tolles Vorbild für die sichere Aufbewahrung von Schusswaffen…

2. Besitzverhältnis

Reitpferde sind teuer. Es ist nicht unüblich, dass sich mehrere Pferdefreunde die Kosten für ein Tier und die Unterkunft auf einem Pferdehof teilen. Somit können viele Reiter „ihre“ Pferde schon deshalb nicht mir „nach Hause“ nehmen, weil es gar nicht „ihre“ Pferde sind

3. Unterschied Pferd <> Kurzwaffe

Ein Pferd ist ein Säugetier, keine Mischung aus industriell bearbeiteten Stahl-, Holz- und Kunststoffteilen. Säugetiere haben die dumme Angewohnheit, regelmäßig Wasser und Nahrung zu sich nehmen zu müssen und Stoffwechselprodukte auszuscheiden. Zudem gehören Pferde nicht gerade zu den kleinsten Gattungen an Landsäugetieren. Bereits Islandpferde erreichen Stockmaße von weit über einem Meter, bei den Quarter Horse der Westernreiter sind es locker 1,60 Meter und ein Hannoveraner bringt es auch schon auf 1,85. Und da ist die Länge des Halses und der Kopf noch nicht mitgezählt.

Man kann wohl davon ausgehen, dass jeder Reiter sein Pferd mit nach Hause nehmen würde, wenn es etwas eingeölt und dann wochenlang ohne weiteren Pflegeaufwand in einen Stahlschrank von der Größe eines Schuhkartons eingeschlossen werden könnte.

Oder anders ausgedrückt: Wenn eine Kurzwaffe doppelt so groß wie ein Klavier und so schwer wie ein Kleinwagen wäre, würde auch kein Sportschütze auf die Idee kommen, sie jedesmal von zu Hause zum Schießstand und dann wieder retour zu bewegen.

Diese Aufzählung ist unvollständig, schreibt bitte weitere Gegenargumente in den Kommentarbereich, damit ich die Liste entsprechend ergänzen kann.

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