Auto-Suggestion

Grünen MdB und „Rechtsexperte“ Jerzy Montag hat nach dem Mord im Dachauer Gericht, bei dem ein Staatsanwalt durch Schüsse aus einer ILLEGALEN Waffe ums Leben kam, reflexartig nach schärferen Waffengesetzen gerufen.

Also unterm Strich ist aus grüner Sicht die Konsequenz eines Verbrechens, dass sich die ohnehin rechtstreuen Bürger an noch mehr Gesetze und Vorschriften halten bzw. Rechte preisgeben sollen, weil es Verbrecher gibt, die sich schon an die bestehenden Gesetze nicht halten. Alles klar?

Von einem Bürger darauf schriftlich angesprochen, kam auch recht schnell eine Antwort.

Ja, es handelte sich in diesem Fall um eine illegale Waffe. Dass im Zusammenhang mit solch schrecklichen Gewalttaten immer wieder verwendete Argument, von legalen Waffenbesitzern gehe statistisch keine relevante Gefahr aus, ist allerdings nicht neu. Sie wissen, dass schon die Abgrenzung von legalen und illegalen Waffen nicht immer ganz leicht ist. Viele Waffen im illegalen Handel sind – bei legalen Besitzern – gestohlen oder auf andere Weise abhanden gekommen. Die Gefährlichkeit illegaler Waffen ist im Übrigen völlig unbestritten. Wir Grüne waren es, die immer wieder zu verstärkten Anstrengungen aufgefordert haben und beispielsweise die viel zu lange verzögerte Einführung des nationalen Waffenregisters verlangt haben, um eine genaue Übersicht zu bekommen, wer wo was besitzt und lagert. Es waren zudem vor allem Bündnis 90/Die Grünen, die eine schärfere Gangart gegen das öffentliche Tragen von Messern eingefordert und sogar teilweise durchgesetzt haben. Sie sehen, wir sind auf diesem Auge keineswegs blind.

Die Anzahl von Jagd-, Sport- oder Sammlerwaffen, die jährlich durch Verlust oder Diebstahl den Weg in die Illegalität finden, dürfte sehr überschaubar sein und wird, inklusive aller abhanden gekommenen Dienst-/Behördenwaffen, weit unter tausend pro Jahr liegen. Im Bundesland Sachsen lag z. B. die Anzahl der gestohlenen Schusswaffen im Zeitraum von 2005 bis 2009 bei exakt 124 Stück.

Wie viele Jahre Waffen abhanden kommen müssen, um 20.000.000 illegal in Umlauf zu bringen, kann man sich ja selbst ausrechnen.
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Relativ genial: Hamburger Humbug

Frei nach dem Motto „Von Bremen lernen, heißt siegen lernen“ haben nun auch die Hamburger Sozen im legal Waffen besitzenden Sportschützen oder Jäger ihr Feindbild entdeckt, welches es mittels „Waffensteuer“ zu entwaffnen oder wenigstens zu schröpfen gilt.

Immerhin weiß der Herr Münster von der SPD, wie hoch der Anteil illegaler Waffen geschätzt wird:

Arno Münster sind das zu viele Waffen in der Hansestadt. Zwar liege Hamburg mit vier Schusswaffen je hundert Einwohner unter dem gesamten Bundesdurchschnitt. Allerdings mahnt der Abgeordnete, gerade beim Waffenbesitz könne man eine Großstadt kaum mit ländlichen Gebieten vergleichen.

„Die hohe Zahl der Schusswaffen in Hamburg finde ich besorgniserregend, vor allem, wenn man bedenkt dass nach Schätzungen von Experten hinter jeder legalen Schusswaffe zwei illegale Schusswaffen im Umlauf sind.“ sagt Arno Münster.

Klingt ja – zumindest „relativ“ – logisch: Wenn auf eine legale zwei illegale Schusswaffen kommen, dann braucht man die Anzahl der legalen Waffen nur mal zwei nehmen, um die Anzahl der illegalen zu ermitteln.

Im Umkehrschluss, zumindest scheint man das bei der Hamburger SPD zu glauben, muss man dann nur die Anzahl der registrierten Waffen senken und automatisch sinkt auch die Menge der „schwarz“ besessenen Waffen.

Schafft man in Hamburg die Totalentwaffnung der rechtstreuen Bürger, gibts auch keine illegalen Waffen mehr. Null mal zwei ergibt nun mal null.

Ach so, fast hätte ich es vergessen, da war doch noch was:

Einen echten Waffenschein, der auch das Mitführen einer Schusswaffe durch eine Privatperson erlaubt, haben nur 42 Hamburger. Sie gelten als extrem gefährdet und tragen die Waffe als Verteidigungsmittel. Wer die 42 sind, ist streng geheim.

Mein Tipp: Zwei Drittel davon gehen an Bonzen Personen, die Parteien nahe stehen oder angehören, die dem „gemeinen Bürger“ schon den reinen Waffenbesitz am liebsten ganz verbieten wollen, geschweige denn den Besitz einer Schusswaffe aus Gründen der Selbstverteidigung.

Würde es öffentlich, wer von den Waffenverbietern selbst alles Schusswaffen besitzt und sogar führen darf, würde mancher ganz schön dumm aus der Wäsche gucken. Aber das war ja schon immer so, alle sind gleich, nur manche sind gleicher.

Und um nochmal auf „zwei mal null“ zurück zu kommen:

Zwei Nullen müssen nicht automatisch „nichts“ sein. Manche Nullen werden auch Fraktionsvorsitzende in Bremen oder SPD-Abgeordnete in Hamburg…

„sportmordwaffen.de“ lügt, Krawczyk hetzt…

Wie sich die Zeiten doch ändern:

Musste man vor einigen Jahren noch mühsam zum Kiosk gehen und sich eine bestimmte Zeitung mit vier Buchstaben kaufen, wenn man etwas gelogenes lesen wollte, dann muss man heute nur noch die richtige Stelle im Internet ansurfen. Zum Beispiel die meinungsterror-Stammlesern sattsam bekannte Opferinstrumentalisierugsseite „sportmordwaffen.de“. Der zu Ehren habe ich soeben sogar eine neue Kategorie eingefügt, „Lug und Trug“. Aber das nur am Rande.

Die unverfrorene Lüge, die heute ein ungläubiges Kopfschütteln auslöst:

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Jetzt war er also „Sportschütze“, der Tim. Einer von den Sportschützen, die kleine, weiße Zelluloid-Bälle auf großen, grünen Platten hin- und herschlagen.

Aber es kommt noch viel, viel besser:

Stephan Krawczyk macht den Vorschlag, zwischen dem Schützenplatz am Ortsrand von Weiler und der Albertville-Realschule Winnenden die Fußspuren des Amokläufers mit roter Farbe aufzuzeichnen, „damit man sieht, woher er kam“.

Ich hätte da auch einen Vorschlag: Vielleicht sollte Herr Krawczyk das nächste Mal, wie man meinen könnte, den ganzen Wein nicht schon vorher trinken. Oder jemand malt für Herrn Krawczyk rote Fußspuren vom Veranstaltungsort in die nächste Psychatrie. Damit man sieht wo er, wie man auch meinen könnte, dringend mal hin müsste.

Hier nochmal, sicherheitshalber, ein vollständiger Screenshot als Vorschaubild. Einfach darauf klicken, wenn man das üble Machwerk in voller Pracht sehen will.

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Von Marx und Murks und tarnen und täuschen

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Wie es scheint, hat man in Hamburg einfach nicht genug Schilder aufgestellt, um den Mitbürgerinnen und Mitbürgern verständlich zu machen, dass man auf Sankt Pauli keine (Schuss-)Waffen führen darf.

Die Polizei Hamburg berichtet:

Der Tatverdächtige trug im Hosenbund eine Pistole und in der Hosentasche ein zusätzliches, mit neun Patronen gefülltes Magazin. Bei der Pistole handelt es sich nach den bisherigen Erkenntnissen vermutlich um eine scharfe Schusswaffe. Sie wurde sichergestellt und der Kriminaltechnik übergeben.

Der 28-Jährige wurde vorläufig festgenommen und der Davidwache zugeführt. Die weiteren Ermittlungen übernahm der Kriminaldauerdienst. Der Beschuldigte machte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Die Waffe will er zur Eigensicherung mitgeführt haben. Er wurde einem Haftrichter zugeführt.

Eigentlich keine große Sache. „Von Marx und Murks und tarnen und täuschen“ weiterlesen

Der Dank des Rechtsstaates

Platzpatronen? Foto: Polizeiinspektion Lauterecken

Erneut mussten zwei unbedarfte und gutmeinende Bürger lernen, dass deutsche Gesetze häufig zwar genau null Wirkung gegen Kriminelle zeigen, dafür aber rechtstreue Menschen zum „Dank“ für ihre Ehrlichkeit und Obrigkeitsgläubigtkeit kriminalisiert werden:

Der Mann aus dem Nordkreis Kusel erklärt, dass er den gefährlichen Gegenstand in seinem angemieteten Haus unter einer alten Werkbank gefunden hat. Sein Vermieter steht derweil am Haupteingang der Polizeiinspektion und meldet den diensthabenden Kollegen den Fund.
Die Polizisten verständigen den Kampfmittelräumdienst, der die Granate am frühen Nachmittag bereits abholt. So lange bleiben die Parkplätze am Polizeigebäude leer. Die beiden ungewöhnlichen „Lieferanten“ erhalten eine Strafanzeige weil sie verbotenerweise die Munition transportierten.

„Immerhin“ war es wenigstens eine möglicherweise scharfe Granate.
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Augenmaß: Nur € 2.800 Strafe für zur Polizei gebrachte Patrone

Kanonenspatz
Um auch bei zukünftigen Waffenamnestien die Bürger zu ermutigen, illegal besessene Waffen und Munition bei der nächsten Pollizeiwache abzugeben, hat man im Kreis Aschaffenburg darauf verzichtet, gegen einen 64-jährigen Lehrer die Höchststrafe zu verhängen.

Für eine einzelne Patrone, die der Lehrer im Rahmen der 2009er Waffenamnestie zur Polizei gebracht hat, wurde er lediglich zu einer Geldstrafe von 2.800 Euro verurteilt. Immerhin hätte man ihn auch für ein Jahr ins Gefängnis stecken können.

Das hätte er sich aber auch denken können, dass man zwar Containerweise illegale Schusswaffen straffrei abgeben konnte, dies aber nicht für eine einzelne Patrone gilt, wenn die unters Kriegswaffenkontrollgesetz fällt. Weiß doch jeder. Und falls nicht, Unwissenheit schützt eben nicht vor Strafe, wie in einem ähnlichen Fall auch eine 76 Jahre alte Dame feststellen musste.

Die Aussicht auf derartige Strafnachlässe wird auch bei der nächsten Waffenamnestie dafür sorgen, dass brave Bürger in Scharen ihre illegalen Andenken an die Wehrdienstzeit ordungsgemäß zur Polizei bringen und nicht einfach in den nächsten See oder Briefkasten schmeißen. Ganz bestimmt.

Nachtrag 19.01.2011 (link gefunden auf Waffen-Online):

Statt seine Patrone zur Polizei zu bringen, hätte sich der Lehrer besser eine illegale Pistole besorgt, damit herumgeballert und einen Menschen verletzt. Dafür gibts in Deutschland verständnisvolle Richter und eine lächerlich geringe Bewährungsstrafe.

Harter Schlag gegen Waffenschieber: Oma wegen einer (!) Patrone verknackt

Da kann man wohl sagen: Pech gehabt. Wäre die Oma ein zwölfjähriger Intensivstraftäter mit Migartionshintergrund, wäre sie wohl wesentlich glimpflicher davongekommen.

So wurde die Senioren wegen eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zu einer Geldstrafe von 750 Euro verdonnert, weil sie unwissentlich im Besitz von Leuchtspurmunition war. Einer einzigen Patrone, wohlgemerkt.

Auszug aus der Meldung im Oberbayerischen Volksblatt:

In der Anlage zum Kriegswaffenkontrollgesetz sind die einzelnen Typen der Kriegswaffen detailliert aufgeführt. Als Kriegswaffen zählen demnach Atombomben, biologische und chemische Waffen, Flugkörper, Kampfflugzeuge und -hubschrauber, Kriegsschiffe, Panzer, Flammenwerfer, Torpedos, Minen, Bomben, eigenständige und sonstige Munition, Dispenser und Laserwaffen.

Einen Panzer oder ein Kriegsschiff fanden die Fahnder zwar nicht in Omas «Austragswohnung», aber dafür Gewehre, dazu passende Munition sowie eine funktionsfähige Leuchtspurpatrone. Letztere wird unter anderem auch mit einem Bundeswehrgewehr vom Typ G3 verschossen und zählt zur Kategorie «Kriegswaffe».

Immerhin, das Abendland ist gerettet. Hätte die 76-jährige Dame doch mit der einen Patrone, wenn sie von deren Existenz gewusst hätte, Amok laufen und ganze Polizeihundertschaften binden können. Oder vielleicht gleich eine Division, wer weiß.

Fast könnte man darüber lachen, wenn man nicht wüsste, dass ab 1. April durchs dann geltende Waffengesetz hunderte unbescholtene Bürger plötzlich kriminalisiert werden. Weil sie beim Stadtbummel ihr Einhandmesser mit sich führen oder weil ein paar Teenager im Wald mit ihren Erbsenpistolen Anscheinswaffen Krieg spielen. Die Staatsgewalt wird reagieren, hart und unerbittlich.