Betreutes Denken: Die „Leipziger Internet-Zeitung“ und ein Leserbrief

Ich bin jetzt etwas über 50 Jahre alt und schreibe seit ungefähr 1985 mehr oder weniger regelmäßig Leserbriefe an Zeitungen und Zeitschriften, wenn ich meine, einen dargestellten Sachverhalt durch meinen Senf korrigieren oder ergänzen zu müssen.

In diesen dreieinhalb Jahrzehnten ist das dann immer so abgelaufen, dass der Leserbrief, ggf. redaktionell gekürzt, veröffentlicht wurde oder eben nicht. Manche der veröffentlichten Leserbriefe provozierten Reaktionen, entweder ebenfalls als Leserbrief oder durch persönliche Kontaktaufnahme zwecks Missfallens- bzw. Beifallsbekundung. Ab und an lag auch ein anonymer Drohbrief im Briefkasten, das nehme ich aber sportlich und halte es wie einst Adenauer: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“:

Noch nie sah sich eine Redaktion aber genötigt, aus einem meiner Leserbriefe gleich einen eigenen Artikel zu machen und meine Meinungsäußerung zum Anlass zu nehmen, mir deshalb die Leviten meinen lesen zu müssen. Noch nie. Bis jetzt.
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Grüne im Kreis Bautzen positionieren sich gegen Jäger und Sportschützen

Screenshot SZ Online
Screenshot SZ Online

Wenn man dachte, dass die „Grünen“ nur auf Bundes- bzw. Landesebene ihrer ideologisch motivierten Anti-Waffen-Agenda folgen, auf kommunaler Ebene aber etwas mehr Realitätssinn walten lassen, dann hat sich diese Hoffnung leider schnell zerschlagen.

Auch im Landkreis Bautzen hat man als Grüner scheinbar sonst keine Probleme, als die Kreisverwaltung hinsichtlich der Anzahl von Waffenbesitzern bzw. registrierten Schusswaffen zu löchern, um im Kontext mit der relativ überschaubaren Anzahl von Kontrollen eine kleines Skandälchen herbei zu hysterisieren.

Die „Sächsische Zeitung“ berichtet in der Lokalausgabe Kamenz vom 05.12.2016:

Denn die jährlichen Vor-Ort-Kontrollen lassen sich jeweils meist an einer Hand abzählen. Im vergangenen Jahr waren es immerhin acht Kontrollen – das ist dann sogar eine mehr als in den drei Jahren zuvor zusammenaddiert.

Für den Kreischef der Grünen, Jens Bitzka, ist das ein unhaltbarer Zustand. „Jede Imbissbude wird einmal im Jahr überprüft. Ein Waffenbesitzer müsste statistisch gesehen nur alle 316 Jahre mit einem Besuch rechnen“, sagt Jens Bitzka. „Wir wollen niemanden unter Generalverdacht stellen. Aber es gibt überall schwarze Schafe. Es ist nicht auszudenken, was passiert, wenn Waffen in falsche Hände geraten.“ Der Politiker fordert mehr unangemeldete Kontrollen – auch, indem das Personal beim dafür zuständigen Landratsamt aufgestockt wird.

Wirklich skandalöse Zustände, wo es im Landkreis Bautzen doch nahezu täglich durch Jäger und Sportschützen zu wüsten Schießereien und kriminellen Taten mit ihren registrierten Waffen kommt…

Mein Leserbrief ging jedenfalls postwenden an die zuständige Redaktion:

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Kositz,

mittlerweile hat neben Ostern, Weihnachten und Silvester auch der jährliche „die-Grünen-diffamieren-Waffenbesitzer“-Tag einen festen Platz im Kalender.

Regelmäßig darf man in der SZ darüber lesen, dass die „Grünen“ bei der Landesregierung die Anzahl der Kontrollen bei Besitzern registrierter Waffen abfragen, nun erfolgen solche Anfragen also auch auf Kreisebene.

Genau so regelmäßig erscheint dann ein entsprechender Artikel mit der grünen Empörung über angeblich zu wenige Kontrollen.

Kreis-Grünen-Chef Bitzka wird zitiert, dass er niemand unter Generalverdacht stellen will. Die Frage ist, warum machen er und seine Partei es dann ständig? Warum stellen sie Millionen Jäger und Sportschützen, deren registrierte Waffen deliktisch nahezu irrelevant sind, immer wieder unter genau diesen Generalverdacht?

Wäre den Grünen an einer sachlichen Diskussion gelegen, würden sie nicht nur die Anzahl der registrieren Waffen und ihrer Besitzer abfragen, sondern auch die Anzahl der Fälle, in denen diese registrierten Waffen für Straftaten missbraucht wurden.

Aber dann wären die Grünen ganz schnell in Erklärungsnot, wenn sie begründen müssen, wie man eine Missbrauchsquote von um die null Prozent durch stärkere Kontrollen signifikant absenken kann.

Mit freundlichen Grüßen

Benedikt Krainz
„Schützen-Lobbyist“* und „Betreiber der widerlichen Hetzseite www.meinungsterror.de“*

* SZ Kamenz, Leserbriefseite, 22.08.2016

Mal sehen, ob sie veröffentlicht wird. Und wer noch so antwortet…

Zum gleichen Thema: Grüne: Bei Bürgerrechten konsequent inkonsequent

Große Angst vorm kleinen Bürger

Nicht nur in der SZ sieht und liest man derzeit Berichte über sich bewaffnende Bürger und die diesbezüglichen Bedenken von Politikern, Verwaltungsbeamten und Polizeifunktionären.

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Für mich stellt sich hier die Frage, weshalb in Deutschland Teile der „Obrigkeit“ eigentlich so ein großes Problem mit „bewaffneten“ Bürgern haben.

Die Polizeigewerkschaft GdP sieht den Trend zur Selbstbewaffnung mit Sorge. Das sei der falsche Weg, um sich und sein Eigentum zu schützen, sagt GdP-Landesvorsitzender Hagen Huske.

Bei der Masse der Menschen, die derzeit frei erwerbbare Mittel zum Selbstschutz erwerben, handelt es sich um ganz normale, arbeitende und Steuern zahlende, unbescholtene Bürger.

Von denen viele jeden Tag im Berufsleben Verantwortung für Dritte tragen. Ob als Busfahrer, Automechaniker, Gasinstallateur, Arzt, Krankenschwester, Altenpfleger. Wir vertrauen denen, die unsere Lebensmittel verarbeiten und zubereiten, dass sie uns nicht vergiften und darauf, dass uns beim Friseur nicht die Kehle durchgeschnitten wird. Auf dem Weg zur Arbeit vertrauen wir darauf, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht zum Geisterfahrer mutieren. Viele engagieren sich in Freiwilligen Feuerwehren, THW oder Rettungsdiensten und trainieren in ihrer Freizeit dafür, Menschen in Not zu helfen. Andere schickt man auf die Reise, um unsere „Freiheit“ unter Einsatz ihres Lebens am Hindukusch zu verteidigen.

Aber wenn jemand von denen zum Selbstschutz eine Dose Pfefferspray oder eine Gaspistole mit sich herum trägt, dann auf einmal soll dieser Mitbürger eine Gefahr für sich und andere darstellen? Wie gering muss man den „Normalbürger“ schätzen, um ihm mit derart Misstrauen zu begegnen und sein Verantwortungsbewusstsein abzusprechen?

In vielen unserer Nachbarländer ist es vollkommen legal und normal, dass unbescholtene und entsprechend geschulte Bürger scharfe Schusswaffen zur Selbstverteidigung besitzen und auch führen dürfen. Ohne, dass sich deshalb in Tschechien, Österreich oder der Schweiz ständig Bürger Schießereien liefern oder jemand aus Angst davor auf Urlaub in diesen Ländern verzichten würde.

Bei uns dagegen bekommen Waffenscheine nur Bonzen, Prominente, hochgestellte Beamte und Spitzenpolitiker. Nur deren Leben ist es wert, mittels Schusswaffe verteidigt zu werden. Das Fußvolk mit dem weniger wertvollen Leben darf die 110 wählen und hoffen, dass jemand abnimmt und der nächste Polizeiposten nicht zwischenzeitlich eingespart wurde.

Darüber muss endlich eine Diskussion geführt werden, mit den Bürgern und nicht nur über ihre Köpfe hinweg.

Fakten nach Art des MDR

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Eine der dümmlichsten und zugleich populärsten Verschwörungstheorie in Deutschland ist der von den selbst ernannten „Reichsbürgern“ oder „Kommissarischen Reichsregierung“ gepflegte Mythos der angeblichen „BRD GmbH“. Deren krude Thesen. wonach das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 weiter existiert und alle bundesrepublikanischen Gesetze ungültig wären, halten bei näherer Betrachtung keine fünf Minuten stand. Es finden sich aber immer wieder neue Jünger, die auf die von den „Reichsbürgern“ laienhaft interpretierten und aus dem Zusammenhang gerissenen Versatzstücke von nationalen wie internationalen Gesetzes- und Vertragswerken hereinfallen und ihr neu gewonnenes „Wissen“ in sozialen Netzwerken munter weiterverbreiten.

Kein Journalist, kein Redakteur, der seinen Job halbwegs ernst nimmt, würde es auch nur in Erwägung ziehen, diese gequirlte Kacke zu adeln, in dem man eine solche Ansammlung von Halbwahrheiten und dreisten Lügen als „Fakten“ dem Zuschauer oder Leser präsentiert.

Beim Mitteldeutschen Rundfunkt ist man sich allerdings nicht zu schade, gequirlte Kacke auf Reichsbürgerniveau als „Fakten“ zu präsentieren:

Scheinbar ohne jegliche Plausibilitätsprüfung werden dem MDR-Konsumenten die zusammenfantasierte „Sportmordwaffen“-Statistik des Roman Grafe als „Fakten“ verkauft. Man hat sich in der MDR-Redaktion nicht einmal die Mühe gemacht, einen eigenen Text zu verfassen und gleich die perfide Formulierung des Kreativstatistikers übernommen:

Etwa 150 Menschen wurden seit 1991 mit Schusswaffen von Sportschützen getötet.

Fast gleichlautend heißt es auf der „sportmordwaffen“-Seite:

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Was ist denn nun genau damit gemeint, mit „mit Schusswaffen von Sportschützen getötet“?

Geht es um Sportschützen, die mit Schusswaffen getötet haben oder geht es um Tötungsdelikte, bei dem das Tatmittel eine Sportwaffe war, ungeachtet dessen, ob der Täter selbst Sportschütze war?

Die geschickte Formulierung lässt jede Interpretation zu.

Ob da zwei Teenager eine Familie mit einer gestohlenen Sportwaffe töten,

ob ein Geisteskranker auf einem Schießstand mit einer dort geliehenen Waffe tötet,

ob eine ehemalige Sportschützin drei Menschen tötet, davon einen mit ihrer Sportwaffe –

was nicht passt, wird passend gemacht.

So kommt man dann wenigstens auf ein paar Jahre mit zweistelligen Opferzahlen und kann „sagenhafte“ 150 angebliche Sportwaffenopfer für zwei Jahrzehnte zusammenfantasieren.

Der unbedarfte Leser oder Zuschauer, dem die in die Zehntausende gehende Gesamtzahl der Opfer von Tötungsdelikten im gleichen Zeitraum als Vergleichswert wohlweislich vorenthalten wird, ist Opfer von gezielter Manipulation und Desinformation.

Oder, wie man das beim MDR nennt, „Fakten“.

Die Reichsbürger lassen grüßen.

Download: SportMordWaffen-Liste aufgedröselt (c) Gunboard.de

Mal wieder ein Leserbrief…

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Heute hat sich „meine“ Tageszeitung mal wieder dem Thema Schusswaffen zugewandt.

Wie üblich, interessiert man sich aber nicht für die illegalen Waffen und deren kriminelle Besitzer, sondern um die legal besessenen Schusswaffen von Jägern und Sportschützen.

Neben dem Artikel „Immer mehr Schusswaffen“ hat die Redakteurin Marleen Hollenbach auch noch einen Kommentar verfasst und kommt darin zu dem Schluss:

Und wenn sich die Schusswaffen schon in privater Hand befinden müssen, dann sollten die Behörden diese doch ganz genau im Blick haben. Da reicht es auch nicht, wenn die Behörden aller paar Jahre vorbeischauen. Die über 12 000 Waffen im Landkreis müssen regelmäßig überprüft werden. Jäger und Sportschützen wissen am besten, wie gefährlich ihre Waffen sind. Deshalb werden sie für die Kontrollen auch Verständnis haben.

Da lasse ich mich natürlich nicht zwei Mal bitten und habe folgenden Leserbrief geschrieben:

Sehr geehrte Frau Hollenbach,

wenn Sie meinen, dass bei den Besitzern registrierter Waffen mehr
Kontrollen nötig wären, dann haben Sie sich mit der Materie nur sehr
oberflächlich beschäftigt. Leider haben Sie auch nicht die Zeit
gefunden, die Informationen, die Sie erhalten haben, auch zu
hinterfragen, anstatt Sie nur wiederzugeben.

Registrierte Schusswaffen sind deliktisch nahezu irrelevant, ihre
Besitzer gelten als in besonders hohem Maße rechtstreu und unterliegen
einer fortwährenden Kontrolle durch die zuständigen Behörden. Dennoch
sehen sich Jäger und insbesondere die Sportschützen ständigen
Anfeindungen und Diffamierungen speziell von grünen
Verbotsfetischisten ausgesetzt.

Als Begründung muss ein ums andere Mal „Winnenden“ herhalten, wo vor
Jahren ein durchgeknallter Teenager, der selbst weder Jäger noch
Sportschütze war und der über keinerlei waffenrechtliche Erlaubnisse
verfügte, mit einer gestohlenen Waffe zum Massenmörder wurde.

Vorsätzliche Straftaten lassen sich durch kein Gesetz verhindern.
Genau so wenig, wie man den illegalen Drogensumpf durch ein
Verkaufsverbot von Halspastillen in Apotheken austrocknen kann, eignet
sich das Waffengesetz zur Kriminalitätsprävention.

Es käme auch niemand auf die Idee, zur Erhöhung der Verkehrssicherheit
die Autofahrer zu kontrollieren, die an der roten Ampel ordnungsgemäß
halten und gleichzeitig die Rotlichtignoranten unbehelligt weiterrasen
zu lassen.

Gegenüber dem legalen Waffenbesitzer hat man aber genau diesen in
Folge ideologisch motivierter Anlassgesetzgebung ersonnenen Irrsinn
zum Prinzip erklärt. Mit dem Resultat, dass der Staat enorme
finanzielle und personelle Ressourcen ohne jeglichen Sicherheitsgewinn
zur Gängelung ohnehin rechtstreuer Bürger verplempert, die dann zur
Bekämpfung echter Kriminalität an anderer Stelle fehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Benedikt Krainz

Selbstverständlich habe ich mich auch als Ansprechpartner für weitere Fragen zum Themenkomplex Waffen/-recht/-besitz angeboten und zum Besuch unseres Schießstandes eingeladen. Mal gucken, ob man darauf zurückgreift.