Berliner Prioritäten: Potenzieller Postkutschenraub vereitelt

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Was macht man in Berlin, wenn man ein ziemlich großes Problem mit illegalen und ein mikroskopisch kleines Problem mit legalen Schusswaffen hat?

Korrekt. Man entsendet 40 Beamte zu einer Razzia, pardon, „verdachtsunabhängigen Kontrolle“ in der Hoffnung, doch vielleicht ein paar Verstöße gegen die Aufbewahrungsvorschriften feststellen zu können.

Schließlich gab es in der Hauptstadt schon „jede Menge“ Delikte mit legal besessenen Waffen:

„Der Waffenbehörde sind aufgrund beabsichtigter bzw. durchgeführter Widerrufsverfahren sieben Vorgänge – jeweils zwei in den Jahren 2004, 2005 und 2007, einer im Jahr 2011– bekannt, in denen legale Waffenbesitzer ihre Schusswaffen tatsächlich missbräuchlich verwendet haben.“

Sagenhafte sieben Fälle in acht Jahren.

Im gleichen Zeitraum wurden 8.925 Straftaten unter Verwendung von illegalen Schusswaffen begangen.

Doch zurück zur Gegenwart, zurück zum 16. Januar 2013.

Während also 40 Beamte so vor sich hin kontrollieren und Schreckschuss- und Schwarzpulverrevolver konfiszieren, begibt sich in Neukölln ein Mann in einen Imbiss.

Während 40 Beamte typische Gangsterwaffen wie Einzellader-Kleinkaliberbüchsen oder Flinten und Revolvergewehre aus der Zeit des Wilden Westens einsammeln, schießt der Mann im Imbiss auf zwei Frauen.

Während 40 Beamte die „Innere Sicherheit“ durch die Mitnahme von ein paar Schuhkartons R 25 Kleinkaliber-Matchmunition bewahren, sinken zwei Frauen durch Schüsse aus einer illegalen Pistole tödlich getroffen zu Boden.

Screenshot Bild Online

Während man, wenigstens rein hypothetisch, den nächsten Überfall auf eine Wells Fargo Postkutsche oder Saloon-Schießerei durch WBK-Inhaber abgewendet hat, bleiben Verbrecher mitsamt ihren illegalen Kanonen völlig unbehelligt.

Vielleicht können sich Berliner Innenpolitiker in ein paar Jahren damit brüsten, den Missbrauch legaler Waffen um 100 Prozent gesenkt zu haben, das ließe sich den Medien und somit der Öffentlichkeit als ganz toller Erfolg über die bösen Waffennarren verkaufen.

Dass das in absoluten Zahlen eine Reduktion von 0,88 Fällen Missbrauchs legaler Schusswaffen pro Jahr auf genau null Fälle bedeutet, muss man ja nicht unbedingt extra erwähnen. Hundert Prozent klingt doch viel besser.

Besser als ein oder zwei Prozent, um die man bei entsprechendem Personal- und Mitteleinsatz vielleicht die illegalen Waffenmissbräuche reduzieren könnte. Das wären, wieder in absoluten Zahlen, immerhin 50 bis 100 Fälle.

Ein Prozent klingt aber viel zu popelig, man ist schließlich Bundeshauptstadt. Da wird geklotzt und nicht gekleckert.

Man muss eben Prioritäten setzen.

Quellen:
Focus Printausgabe 27/2011
Liberales-Waffenrecht.de

4 Antworten auf „Berliner Prioritäten: Potenzieller Postkutschenraub vereitelt“

  1. Bin ich blind oder sind auf dem Foto der beschlagnahmten Waffen (…) und Munition überschlagsmässig lediglich 2.450 Schuß statt der in dem Bericht der BILD-Zeitung gemeldeten 24.500 Schuß zu sehen???

    Zitat: „Erschreckendes Ergebnis: Nicht jeder der Waffenbesitzer hielt sich ans Gesetz. Deshalb wurden sieben Kurz- und vier Langwaffen sowie 24 500 Schuss Munition beschlagnahmt.“

  2. Gar nicht auszudenken, was mit diesem Arsenal alles hätte passieren können. Vor allem mit den beiden Schwarzpulverwaffen auf dem Bild; oder etwa der TOZ (die in der BILD-Unterschrift offensichtlich nicht als Pistole gezählt wurde)!

    Ein herber Schlag gegen das grün berockte Untergrundheer, möchte ich anerkennend feststellen.

  3. Naja,irgendwie muß man von BER und seinen Versagern ablenken.Hinzu stehen die Wahlen vor der Tür,da Muß man doch „Prioritäten“ setzen.Immer das gleiche:
    Blinder Aktionismus ersetzt geistige Windstille….

  4. Keiner im gesamten Netz bringt die Verlogenheit grüner Ökofaschisten und gnadenlos voreingenommener dummer Schreiberlinge unserer pseudo-unabhängigen Medien so treffsicher, eloquent, wahrheitsgetreu und kompetent rüber wie unser Benedikt!

    Chapeau!

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