Aufbewahrungskontrollen: Wieder ein Tanztee-Amok verhindert

Ob gewollt oder ungewollt, die Sendung zdf.reporter vom 17.03.2011 offenbarte der Öffentlichkeit die Blüten, die die Umsetzung des geltenen Waffenrechts so treibt.

Screenshot zdf.reporter

Gleich zwei Mitarbeiter vom Ordnungsamt Heidenheim „überfielen“ eine ältere Dame, um sich von der gesetzeskonformen Verwahrung ihrer ordnungsgemäß registrierten Schusswaffe zu überzeugen. Entgegen der gesetzlichen Vorschriften, die bei Kurzwaffen mindestens einen sog. „B-Würfel“ vorsieht, verwahrte die betagte Dame das Erbstück ihres Vaters „nur“ in einem verschlossenen Etui in einer verschlossenen Schublade in einem verschlossenen Zimmer.

In Anbetracht dieses eklatanten Verstoßes gegen das Waffengesetz, so eine fast 100 Jahre Sauer & Sohn Pistole, für die die Dame als Erbin nicht einmal Munition besitzen darf, könnte ja schließlich beim nächsten Amoklauf zum Einsatz kommen, liefen die beiden Behördenvertreter zur Höchstform auf.

Durch Verweis auf die Gesetzeslage, die die unsachgemäße Verwahrung nunmehr als Straftatat wertet und für die Geld- oder sogar Haftstrafen verhängt werden können, ließ sich die Seniorin endlich zur gewünschten Einsicht leiten und sie händigte das Erbstück an die Verwaltungsmitarbeiter aus. Entschädigungslos, versteht sich.

Die bewährte Strategie hatte wieder einmal Erfolg und so bleibt festzuhalten:

– Eine registrierte Waffe weniger im Volk (Missbrauchsrisiko von ca. 0,000005 auf 0,000004% gesenkt)

– Ein möglicher Amoklauf weniger (beim Tanztee im Seniorenheim?)

– Eine potzenzielle Amokläuferin entwaffnet (Munition hatte sie eh keine)

– Ein weiterer Fall für die Waffenaufbewahrungs-Verstoß-Statistik (den man vor allem den Sportschützen um die Ohren haut)

– Eine weitere Bürgerin wurde kriminalisiert (die vermutlich ihr ganzes Leben lang nie mit dem Gesetz in Konflikt kam)

– Ein enormer Zugewinn für die öffentliche Sicherheit (Senioren-Amoklauf verhindert)

Oder wie User „zakrajsek“ auf Waffen-Online kommentiert:

Bei der alten Dame war die Waffenkontroll-Gestapo in ihrem Element.

Ich hätte die beiden gerne im Palast des Miri-Clans gesehen. Die hätten sie hochkant hinausgeschmissen, abgesehen davon, daß sie gar nicht hätten kontrollieren dürfen, weil ja die Herrschaften nur illegale Waffen haben, von denen das Ordnungsamt nichts weiß.

Eine grauenhafte Perversität!

Für den Gesetzgeber ist eine unbescholtene Seniorin mit einer angemeldeten Pistolenantiquität offenbar der Archetyp des Amokläufers in spe, den es unbedingt zu entwaffnen gilt. Hauptsache, eine weitere einkassierte Schusswaffe fließt in die „Erfolgsstatistik“ ein.

Die illegalen Waffen interessieren nicht, so wie sie in den letzten Jahrzehnten nie interessierten. Und es interessiert anscheinend auch nicht, dass gerade diese „gnadenlose“ Vorgehensweise gegenüber den ehrlichen Bürgern mit den registrierten Waffen die weniger ehrlichen mit den unregistrierten höchstens dazu motiviert, ihre Knallstöcke noch besser vor staatlichem Zugriff zu verbergen. Obwohl das eigentlich überflüssig ist, da unangekündigte Kontrollen eben nur bei den Besitzern von angemeldeten Waffen möglich sind.

Beim „kleinen Mann“ bleibt nur eine Feststellung hängen:

Der Ehrliche ist wieder einmal der Dumme, warum sollte man da ehrlich sein?

3 Antworten auf „Aufbewahrungskontrollen: Wieder ein Tanztee-Amok verhindert“

  1. Besonders bemerkenswert ist, dass in Rheinland – Pfalz der Schützenverein in Schwegenheim gegen den Germersheimer Kreisvorstand wehrt, der Informationen zur Rechtslage verteilt und aufgefordert hatte, die Kontrolletti´s NICHT einzulassen.

    Blockwarte und Radfahrer sind als Waffenkontrollettis schlicht die Nummer 1!!!

    Heil Schieber!

  2. zu diesem thema ein zitat:

    …..wir leben in einer Zeit, in der das Modernste vom Modernen an High-Tech es einer vergleichsweise kleinen Handvoll totalitärer Politiker erlaubt, eine demokratische Gesellschaft auszuhöhlen und große Teile ihrer Regierung, Wirtschaft und Kultur zu beherrschen – und zwar auf suptilste Art und Weise. Wenn diese Politiker zu lange zu viel davon beherrschen, ohne daß mann ihnen Widerstand leistet, werden sie immer dreister. Irgendwann wollen sie alles beherrschen, jeden einzelnen Aspekt im Leben der Menschen. Und wenn die allgemeine Öffendlichkeit dann aufwacht und feststellt, was geschehen ist, wird sie nicht mehr imstande sein, Widerstand zu leisten. Die Mächte gegen die sie angetreten sind, werden dann unüberwindbar sein.
    Dann wird die suptile Kontrolle durch unverholenen Einsatz brutaler Gewalt ersetzt werden,– dann werden sie die „Umerziehungslager“ eröffnen, um uns eigensinnige Seelen auf den rechten Weg zurückzubringen!

    zitat aus dem roman „Dunkle Flüsse des Herzens“, des amerikanischen autors „Dean Koontz“

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