Waffenklau beim Zoll

In schöner Regelmäßigkeit wird, meistens von Personen, denen jedwede Fachkompetenz fehlt, lauthals eine Zentrallagerung von privat besessenen Schusswaffen gefordert. Damit, so meint man, hält man Amokläufer davon ab, Amok zu laufen. Anzunehmen, dass ein solcher Amokläufer seine Tat nur deshalb nicht begeht, weil er vorher zur Waffenverwahrstelle müsste, zeugt nur von der völligen Weltfremdheit einiger Zeitgenossen.

Zur – rein hypothetischen – Vermeidung des extrem seltenen Phänomens „Amoklauf“ würde dieser Zentrallagerungs-Unsinn zwar nicht taugen, dafür aber völlig unnötig ein unkalkulierbares Risiko in Form von mehr oder weniger gut gesicherten Waffenansammlungen im Nirgendwo produzieren.

Dabei schrecken Kriminelle nicht einmal davor zurück, beim Zoll einzubrechen:

Offenbar scheint es ganz einfach zu sein, dem Zoll einen „Besuch“ abzustatten. Denn völlig unbemerkt konnten die Täter zwischen Samstag und Sonntagnachmittag die Scheibe des Gebäudes einschlagen und einsteigen. Die Täter durchsuchten mehrere Büros, machten dort aber keine Beute.

Dafür aber in der Waffenkammer. „Uns ist unklar, wie die Täter in den Raum eindringen konnten, denn er ist natürlich alarmgesichert. Doch der Alarm wurde nicht ausgelöst“, so Polizeisprecher Paul Kemen.

Daher schließen die Ermittler auch nicht mehr aus, dass der Einbruch gar keiner war – sondern nur vorgetäuscht wurde. Dann müsste der Zoll wohl in eigenen Reihen recherchieren, wer die Waffen vom Typ Heckler & Koch P30 gestohlen haben könnte.

Sowas aber auch. Der Zoll lässt sich Waffen klauen, vielleicht sogar durchs eigene Personal. Wenn sich nicht einmal so ein Diebstahl verhindern lässt, wer um Gottes Willen sollte denn Schwerverbrecher davon abhalten, zivile, unbewohnte und weit abseits gelegene Schützenhäuser zu knacken und Dutzende oder gar hunderte Waffen zu erbeuten?

Wieder einmal hat die Lebenswirklichkeit die unter Ausschluss derselben ersonnenen Theorien der Weltverbesserer widerlegt. Und das bestimmt nicht zum letzten Mal.

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