Waffen-Zentrallagerung: Blauäugige Forderung oder eiskaltes Kalkül?

Im Durchschnitt ereignen sich in Deutschland jeden Monat etwa 270 Tötungsdelikte, von denen es die wenigsten in die Medien schaffen. In der Regel wird mit ganz banalen Gegenständen getötet oder versucht, zu töten: Messer, Beile, stumpfe Gegenstände. Oder der Täter nimmt gleich die eignenen Hände oder Füße zum Prügeln, Würgen oder Treten und es bedarf keines weiteren Tatmittels. Schusswaffen kommen selten zum Einsatz, legal besessene Schusswaffen sind die Ausnahme.

Trotzdem kann man die Uhr danach stellen, dass genau jene Ausnahmen, die bekanntlich die Regel bestätigen, sofort die üblichen Waffenverbotsfanatiker auf den Plan ruft und man ihnen in den Medien bereitwillig Möglichkeiten einräumt, ihre praxisfremden Theorien zu Waffenverboten oder wenigstens einer Zentrallagerung derselben kund zu tun.

Auch wenn jeder Sportschütze oder Jäger darlegen kann, warum eine solche zentrale Waffenlagerung überhaupt keinen Zugewinn für die innere Sicherheit bringen bzw. durch das hohe Risiko des Waffendiebstahls sogar der Kriminalität Vorschub geleistet würde, leiern die Befürworter ihre Forderung ungerührt herunter.

Denn das Ziel ist nicht eine Erhöhung der Sicherheit, es geht schlicht um die vollständige Vernichtung des Schießsportes, zumindest mit Feuerwaffen, in Deutschland. Um dieses Ziel zu erreichen, eignet sich nichts besser, als die Verwirklichung der Zentrallagerung, der Rest geht von alleine:

Bei einem kleineren Verein mit 60 Mitgliedern und durchschnittlich nur drei Waffen wäre bereits ein Arsenal von 180 Schusswaffen zu verwahren. Große Vereine mit einigen hundert Mitgliedern kämen auf einen Waffenbestand von hunderten oder gar tausend Schusswaffen. Man müsste massive, gepanzerte Räume mit schweren Tresortüren errichten – also im Prinzip ein Bankgebäude. Nur eben nicht in bester innerstädtischer Lage, sondern mitten in der Pampa, zig Kilometer entfernt vom nächsten Polizeirevier.

Alleine die reinen Baukosten werden in einem hohen, sechstelligen Bereich liegen und die nach Fertigstellung anfallenden, laufenden Kosten dürften jeden Monat in die Tausende gehen. Schließlich lagern hohe Werte im Gebäude, die versichert sein wollen und da kein ehrenamtlicher Vereinsvorstand den Schutz und die Verantwortung für hunderte Waffen übernehmen kann, muss man auf private Wachdienste zurückgreifen.

Für jeden normalen Verein schlicht nicht finanzierbar. Viele Vereine sind überaltert, wenigen Mitglieder im erwerbsfähigen Alter, die volle Beiträge zahlen, stehen verhältnismäßig viele Rentner gegenüber, die nur verringerte Beiträge zahlen. In unserem Beispielverein mit 60 Mitgliedern kann sich der Schatzmeister jährlich über Mitgliedsbeiträge von ein paar tausend Euro freuen. Damit kann man mit Ach und Krach den Betrieb aufrecht erhalten, aber mehr nicht.

Selbst wenn der Verein einen Kredit für die Errichtung von Mini-Fort-Knox bekäme, man könnte nicht einmal das Geld für die fälligen Zinsen aufbringen.

Auch wenn die Mitglieder eine massive Erhöhung der Beiträge in Kauf nehmen und nicht in Scharen den Verein verlassen würden, käme das nächste Problem auf sie zu:

Niemand würde sich bereit erklären, die Schlüsselgewalt für die Waffenkammer zu übernehmen. Nicht nur der Verantwortliche selbst, auch seine Familie wäre in höchstem Maße gefährdet und ein lohnendes Angriffsziel für Gewaltverbrecher. Statt schwerer Technik zum Einbrechen in die Waffenkammer reicht ein Messer an der „richtigen“ Kehle, um alle Türen zu öffnen.

Solche Diebstähle würden selbstverständlich wieder Forderungen nach sich ziehen: Noch bessere (und teurere) Schutzmaßnahmen müssen her und wenn das nicht sichergestellt werden kann, müssen die Waffen eben ganz weg.

Soweit würde es aber gar nicht mehr kommen, Sportschießen wäre in Deutschland für den Normalverdiener schon lange nicht mehr finanzierbar, eine Vereinsmitgliedschaft unerschwinglich. Ohne Verein kein Bedürfnis, ohne Bedürfnis keine WBK und ohne WBK keine Waffe. Zumindest keine auf legalem Weg. Die kleineren Verbände wie BDS, BDMP oder DSU würden unter die erforderliche Mindest-Mitgliederzahl rutschen und verschwinden, übrig bliebe ein geschrumpfter, seiner politischen Einflussmöglichkeiten vollends beraubter DSB mit Druckluftwaffenvereinen und ein paar elitäre Feuerwaffen-Clubs.

Für einen Psychopathen, der einen Amoklauf mit der eigenen Sportwaffe plant, würde sich natürlich nichts ändern: Der holt die Waffe statt aus dem eigenen Schrank eben aus dem Zentrallager. Selbstverständlich käme er nie auf die Idee, sich einfach aus dem riesigen Arsenal an fremden Waffen zu bedienen und bei der Gelegenheit die arme Sau zu erschießen, die das verhindern will. Amokläufer haben zwar kein Problem mit Massenmord, aber selbstverständlich halten sie sich ans Waffengesetz. Jedenfalls in der Theorie von Antiwaffennarren auf Weltverbesserungstrip.

Passend zum Thema: Zentrale Waffenlagerung Unsinn auf Jagdwaffennetz.

3 Antworten auf „Waffen-Zentrallagerung: Blauäugige Forderung oder eiskaltes Kalkül?“

  1. Genau so ist es! Die ebenso linke wie undemokratische Politkamarilla, die die Volksentwaffnung will, weiß daß sie keine Handhabe zur Enteignung hat und versucht nun eine „kalte Enteignung“ mittels astronomischer Kosten und bürokratischer Schikanen. Damit werden bürgerliche Grundrechte ausgehebelt und ein weiterer Schritt in eine Gesellschaft von Unfreiheit und Zwang gegangen. Es muß nun ein jeder selbst entscheiden ob er mitgeht oder nicht. So eine Wahl hatten wir ja schon einmal 1933.

  2. Schlimme Erkenntnis: die Anti-Waffen-Fanatiker WOLLEN sich doch gar nicht argumentativ mit den Betroffenen austauschen, sondern per Stalin-Dekret etwas einführen, womit sie sich kurzzeitig als Mutterschafe der Nation Zuwendung (Stimmen) erhoffen. Eine Zentrallagerung ist als Aufforderung zur Enteignung UNDEMOKRATISCH und sollte verfassungsrechtlich geahndet werden.

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