2018: Szenario einer politisch korrekten Zukunft

Wir schreiben das Jahr 2018. Deutschland steht wieder mal unter Schock: Bei einem Amoklauf in einer süddeutschen Kleinstadt hat ein 24-Jähriger elf Menschen erschossen und sieben schwer verletzt, bevor er sich selbst richtete.

Warum der Polizist zur Dienstwaffe griff und Amok gelaufen ist, darüber kann nur spekuliert werden. Die grün-rote Bundesregierung reagierte bestürzt und betonte, dass Amokläufe ein sehr seltenes Phänomen sind und niemals gänzlich verhindert werden können. Mit dem totalen Waffenverbot 2015 habe man ja schließlich alles Menschen mögliche getan, um solche Irrsinnstaten zu verhindern.

Damals wurden dreieinhalb Millionen registrierte Waffenbesitzer per Gesetz dazu gezwungen, ihre Schusswaffen gegen eine entsprechende finanzielle Entschädigung den zuständigen Behörden zu übergeben. Innerhalb weniger Wochen verringerte sich dadurch die Anzahl der im Umlauf befindlichen Schusswaffen um mehrere Millionen Stück.

Gingen die Behörden bis dato von ca. zehn Millionen legalen und bis zu 30 Millionen illegalen Schusswaffen aus, so sind nun nur noch ein paar zehntausend Jagdwaffen bei zertifizierten, handverlesenen Jägern legal in privatem Besitz. Diese verbliebenen Jagdwaffen werden aber nach und nach durch Smart-Guns ersetzt, die nur bei Bedarf, z. B. einem Wildunfall, durch die Aufsichtsbehörde scharf geschaltet werden.

Zur großen Überraschung der an dem „Gesetz zur Steigerung der öffentlichen Sicherheit und Amokprävention“ beteiligten PolitikerInnen meldeten die Waffenrechtsbehörden im Abgabezeitraum einen massiven Anstieg von angezeigten Waffenverlusten. Insbesondere Kurzwaffen gingen in erheblichen Maße verloren und konnten folglich nicht eingesammelt werden.

Gleichzeitig beobachtete die Bundespolizei einen rasanten Anstieg beim Waffenschmuggel, was nach Ansicht von Experten dem rapide gestiegenen Bedarf an illegalen Schusswaffen geschuldet ist. Fehlende Grenzkontrollen an den deutschen Außengrenzen begünstigen diese Entwicklung enorm, so dass ein Ausstieg aus dem Schengen-Abkommen nicht mehr ganz ausgeschlossen wird.

Ein internes Papier des Bundesministerium des Inneren geht davon aus, dass mittlerweile bis zu 45 Millionen illegale Schusswaffen im Umlauf sind. Dies würde einer Zunahme von über fünf Millionen Waffen im Vergleich zum vor-Verbots-Zeitraum entsprechen. Experten gehen indes von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus, da durch die große Nachfrage Deutschland mit Schusswaffen nahezu überschwemmt wird und die organisierte Kriminalität dieses Betätigungsfeld ausweitet.

Für die Bundesregierung aber kein Grund zur Sorge, schließlich habe es seit 2015 auch keinen Amoklauf mit einer legalen Sportwaffe mehr gegeben, so eine RegierungssprecherIn. Die paar Dutzend Schießereien jedes Jahr ohne Beteiligung von Legalwaffen seien Einzelfälle, die man aushalten müsse und keinesfalls überdramatisieren dürfe. Auch bedauere man die Auflösung zahlreicher Schützenvereine und das damit einher gehende Aussterben vieler Schützenfeste und anderer Traditionsveranstaltungen. Aber Bürger, die in ihrer Freizeit aus Spaß an der Freude schießen, anstatt tiefen Abscheu vor Waffen zu empfinden, erschienen sowieso suspekt und im Prinzip braucht man solche rechte Waffennarren auch nicht zu bedauern.

Der massive Anstieg von Schusswaffendelikten konnte inzwischen durch Korrekturen der statistischen Erfassung auf einen Stand von vor 2015 gedrückt werden, so wurde die Polizei angewiesen, nur noch Fälle zu protokollieren, bei denen auch tatsächlich geschossen und nicht nur gedroht wurde. Für das nächste Jahre ist eine weitere Änderung geplant, so dass zukünftig nur noch Fälle erfasst werden, wo mindestens ein abgefeuerter Schuss auch getroffen hat. Dadurch erhofft man sich im zuständigen Ministerium, der Öffentlichkeit erstmals seit dem Inkraft treten des neuen Waffengesetzes einen statistischen Rückgang entsprechender Delikte präsentieren zu können.

Trotzdem werden alle Möglichkeiten geprüft, den Schusswaffenbestand zu senken. Derzeit prüft eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe den Vorschlag, das Grundgesetz zu ändern, um grundsätzlich bei Jedermann verdachtsunabhängige Kontrollen zum Auspüren illegaler Waffen durchführen zu können. Entsprechendes Personal stehe nach dem nahezu vollständigen Wegfall des Sachbereichs „Waffenrecht“ in den zuständigen Behörden reichlich zur Verfügung.

Aus Gründen der Kultursensibilität sollen diese Kontrollen aber zunächst auf ethnisch Deutsche mit fragwürdiger sozial-ökologischer Einstellung beschränkt werden, also Motorradfahrer, Vielflieger, Nicht-Nutzer von Ökostromtarifen, Klimawandelleugner oder während-der-WM-Deutschlandfähnchen-ans-Autofenster-klemm-Nazis.

So, ungefähr jedenfalls, stelle ich mir das waffenfreie Paradies Deutschland vor. Vor allem „freue“ ich mich schon auf die scheinheiligen Erklärungen der Antiwaffenhysteriker, warum und weshalb trotzdem geschossen und gemordet wird, obwohl das doch eigentlich gar nicht mehr möglich sein dürfte. Die Erkenntnis, dass primär der Täter und nicht das mögliche Tatmittel „Schusswaffe“ das Problem sind, wird sich aber garantiert niemals einstellen. Die selbstgerechten Weltverbesserer werden sich rechtzeitig eine neue Baustelle suchen, um ihre Mitmenschen mit ihren paranoiden Verbotsfantasien zu beglücken.

5 Antworten auf „2018: Szenario einer politisch korrekten Zukunft“

  1. hihi – hier muß man dazuschreiben, daß das satire ist. Ansonsten ist es zu relitätsnah – bsp. die Anstrengungen der Statistik !

    das waffenfreie Paradies
    das Beispiel England wirkt da schon aufklärend – und es stellt die Frage, warum der britische „Erfolg“ in der Diskussion nicht bejubelt wird ?
    Kann es sein, daß die steigende Waffenkriminalität nach der Entwaffnung der potentiellen Opfer daran schuld ist ?
    mfg zdago

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