Die völlig uninteressanten Opfer von Frankenberg

Bildmontage Screenshot Bild Online

Im sächsischen Frankenberg hat ein Mann seine Ehefrau erschossen und anschließend Selbstmord begangen. Das Verbrechen ist sehr schnell wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Daraus lässt sich, das zeigt jedenfalls die langjährige Erfahrung mit den Medien und Schusswaffendelikten, nur ein Schluss ziehen: Die Tatwaffe war illegal.

Nur in der Chemnitzer Ausgabe der „Bild“-Zeitung findet man einen kleinen Artikel über die Tat und die mutmaßliche Herkunft der Tatwaffe. Wie es scheint, befand sich die Tatwaffe illegal im Besitz des Täters.

Woher er die Waffe hatte – unklar. “Heiko saß schon mal im Knast“, weiß Danas Ex-Mann. „Wahrscheinlich besorgte er sich die Waffe illegal.“ Offenbar kam der 47-Jährige mit der bevorstehenden Trennung nicht klar.

Wieder eine Beziehungstat unter vielen, wieder der „Normalfall“, wieder keine legale Schusswaffe im Spiel.

Im gleichen Frankenberg ereignete sich übrigens bereits im März 2012 eine weitere Familientragödie, hier erlitt eine 32-Jährige tödliche Stichverletzungen, auch hier war der Täter der Ehemann. Selbstverständlich hat man nie davon gehört oder gelesen, ohne eine Randnotiz in einem Artikel zum aktuellen Fall wäre die Sache längst vergessen.

Es ist das zweite Tötungsverbrechen, dass die Stadt Frankenberg in den vergangenen Monaten erschüttert hat. Am 7. März 2012 eskalierte im sogenannten „Legoland“, einem Wohngebiet im Frankenberger Ortsteil Mühlbach, ein Ehekrieg. Dabei wurde eine 32-jährige Mutter zweier kleiner Kinder mit einem Messer so schwer verletzt, dass sie wenige Minuten später an den Folgen starb.

Zwei ermordete Frauen, zwei weitere Opfer zweiter Klasse.

Keine Schlagzeilen, keine publicyträchtigen Aktionen selbstgerechter Anti-Waffen-Kreuzzügler, schon gar kein rot-grüner Diskussionsabend mit Mayer/Bannenberg.

Was nicht ins eigene Weltbild passt, wird ignoriert. Und wenn man dazu mehr als 99% der Wirklichkeit ausblenden muss. Das ist aber egal, schließlich kann man sich sicher sein, dass dank medialer Unterstützung auch das unbedeutendste Krümelchen zu einem Gebirge aufgebauscht und dem unbedarften Leser oder Zuschauer als dringend zu lösendes Problem verkauft wird.

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