Betreutes Denken: Die „Leipziger Internet-Zeitung“ und ein Leserbrief

Ich bin jetzt etwas über 50 Jahre alt und schreibe seit ungefähr 1985 mehr oder weniger regelmäßig Leserbriefe an Zeitungen und Zeitschriften, wenn ich meine, einen dargestellten Sachverhalt durch meinen Senf korrigieren oder ergänzen zu müssen.

In diesen dreieinhalb Jahrzehnten ist das dann immer so abgelaufen, dass der Leserbrief, ggf. redaktionell gekürzt, veröffentlicht wurde oder eben nicht. Manche der veröffentlichten Leserbriefe provozierten Reaktionen, entweder ebenfalls als Leserbrief oder durch persönliche Kontaktaufnahme zwecks Missfallens- bzw. Beifallsbekundung. Ab und an lag auch ein anonymer Drohbrief im Briefkasten, das nehme ich aber sportlich und halte es wie einst Adenauer: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“:

Noch nie sah sich eine Redaktion aber genötigt, aus einem meiner Leserbriefe gleich einen eigenen Artikel zu machen und meine Meinungsäußerung zum Anlass zu nehmen, mir deshalb die Leviten meinen lesen zu müssen. Noch nie. Bis jetzt.

Die Redaktion der „Leipziger Internet-Zeitung“ scheint das Urteilsvermögen der eigenen Leserschaft jedenfalls nicht als besonders stark ausgeprägt anzusehen und meint, ihr meine Lesermeinung nicht unkommentiert darbieten zu können. So sieht das betreute Denken dann aus:

Ein Leserbief zu „Spaß und Tod“

Schusswaffen – Nur ein paar Fälle, die nicht ins Gewicht fallen?

Am 9. Mai besprachen wir hier das engagierte, hochemotionale aber auch faktenreiche Buch von Roman Grafe „Spaß und Tod“ über die Sportschützenszene in Deutschland, die Bewaffnung mit tödlichen Sportwaffen und die tödlichen Folgen für die Gesellschaft, von denen die Amokläufe in Winnenden oder Erfurt nur die Spitze des Eisbergs sind. Logisch, dass es dazu auch Reaktionen aus der Schützenszene gibt.

So schrieb uns Benedikt Krainz, Pressesprecher der Schützengesellschaft Kamenz, folgenden Leserbrief:

STOOOOOP! Nein, es schrieb nicht „Benedikt Krainz, Pressesprecher der Schützengesellschaft Kamenz“. Mein Leserkommentar beinhaltete keinen Verweis auf meine ehrenamtliche Funktion in einem von mehreren Vereinen, in denen ich Mitglied bin. Es schrieb nur „Benedikt Krainz“. Ohne jeden Zusatz. Ohne jeden Bezug auf eine Organisation. Als Privatperson. Ausschließlich für sich selbst sprechend. Sich nicht anmaßend, ungefragt für Dritte zu sprechen.

Der Einzige, der meine Funktion als Pressesprecher eines Schützenvereins regelmäßig zu skandalisieren versucht, ist ein gewisser Roman Grafe. Was mich jetzt dazu verleiten könnte zu mutmaßen, dass nicht nur die Replik auf meinen Leserbrief, sondern vielleicht sogar die völlig unkritische und überschwängliche Jubelrezension gar nicht aus der Feder des als Verfasser genannten Ralf Julke stammt, sondern vom Buchautor selbst.

Aber weiter im Text, zunächst wird mein Brief präsentiert:

Guten Tag,

angenommen, alle Sportwaffen werden verboten und die Schützenvereine aufgelöst, wem wäre, außer Herrn Grafes Ego, damit gedient?

Selbst wenn seine, nach seinen eigenen, willkürlichen Maßstäben dokumentieren 240 Opfer in 28 Jahren ausnahmslos kriminellen Sportschützen zum Opfer gefallen wären:

Was qualifizierte diese Opfer als besonders „vermeidenswert“, wenn es in diesem Zeitraum von fast drei Dekaden zehntausende Opfer von Tötungsdelikten in Deutschland gab, bei denen das Tatmittel keine „Sportwaffe“ war?

Macht es für das Opfer bei einer Beziehungstat einen Unterschied, ob das Tatmittel ausnahmsweise eine Schusswaffe war und nicht das „übliche“ Messer, die bloßen Hände, die Axt oder ein Hammer? Sind Schusswaffenopfer besonders tot oder warum diese völlig einseitige Versteifung auf ein Tatmittel, das deliktisch nahezu irrelevant ist?

In Deutschland gibt es hunderttausende Sportschützen mit Millionen von Schusswaffen. Wenn das tatsächlich ein Problem wäre, müssten Sie jeden Tag über neue Vorfälle schreiben und nicht immer wieder zwei spektakuläre Fälle aufwärmen, die zehn bzw. 17 Jahre zurückliegen.

Mit freundlichen Grüßen

Benedikt Krainz

Immerhin, meine Zeilen werden ungekürzt wiedergegeben – inklusive der Grußformel ohne jeglichen Bezug auf einen Verein.

Solche Leserbriefe können wir natürlich nicht unkommentiert stehenlassen. Auch wegen der darin dokumentierten Haltung, die wir nicht teilen können. So wie in Krainz’ Aussage „Was qualifizierte diese Opfer als besonders ‚vermeidenswert‘, wenn …“

Doch, jede seriöse Zeitung arbeitet eigentlich so. Die schreiben dann dazu, dass Leserbriefe nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben und überlassen es ihren Lesern, ob sie der Drittmeinung zustimmen oder sie ablehnen. Dass man in einem mutmaßlich eher linken Szenemedium natürlich nüchternen, trockenen Fakten nichts abgewinnen kann und als missliebige „Haltung“ zu diskreditieren versucht, spricht jedenfalls nicht für besondere Professionalität.

Wir sind noch nicht so abgestumpft, dass wir Menschen danach sortieren, dass wir sie als Opfer in irgendwelche Kategorien von „vermeidenswert“ oder „weniger vermeidenswert“ teilen. Wer sortiert denn Menschen in solche Kategorien?

Wer ist „wir“ und wenn ja, wie viele? Spaß beiseite, warum klingt das jetzt schon wieder wie Roman Grafe? Und warum wirft man mir vor, die Unterscheidung von vermeidenswerten (Tatmittel Sportwaffe) und nicht vermeidenswerten (alle anderen Tatmittel) Opfern zu kritisieren, wenn sich das ganze Buch und die zugehörige Rezension um nichts anderes als um diese Unterscheidung dreht?

Wir jedenfalls nicht. Wir teilen die Auffassung, dass jeder Mensch, der unschuldig durch eine Waffe zu Tode kommt (oder verletzt wird) einer zu viel ist. Die Waffe ist dabei egal. Und wir kämen nicht mal im Schlaf auf die Idee, den einzelnen Tod dadurch zu relativieren, dass wir so locker wie Krainz darauf verwiesen, dass „es in diesem Zeitraum von fast drei Dekaden zehntausende Opfer von Tötungsdelikten in Deutschland gab, bei denen das Tatmittel keine ‚Sportwaffe‘ war?“

Und ich vertrete die Auffassung, das jeder Mensch, der unschuldig und völlig unabhängig vom Tatmittel zu Tode kommt, einer zu viel ist. Nur folgt daraus nicht, dass ich einem Weltverbesserungswahn anheim falle und erstmal alles verbieten möchte, was mir persönlich irgendwie suspekt ist.

Das ist auch statistisch der falsche Vergleichsmaßstab, denn unter „Tötungsdelikte“ sammelt die Polizei alles Mögliche, vom Schwangerschaftsabbruch über die fahrlässige Tötung, den Suizid, Mord und Totschlag bis hin zu versuchten Tötungen.

Aha, bei den „Straftaten gegen das Leben“, die in der BKA-Statistik unter den Deliktschlüsseln 01xxx bzw. 02xxx aufgeschlüsselt werden, sind also „der falsche Maßstab“. Schwangerschaftsabbrüche, Suizide fallen nicht darunter und auch „Tötung auf Verlangen“ fließt da nicht hinein, wenn es um die Ermittlung von Opferzahlen bei Tötungsdelikten geht. Aber vielleicht sollte mal jemand dem Bundeskriminalamt bescheid geben, dass ihre Statistiken nicht den Ansprüchen der Herren Julke bzw. Grafe genügen.

Die Zahl all dieser Tötungsdelikte liegt in der Bundesrepublik jedes Jahr im Schnitt um die 3.000. Aber das ist der falsche statistische Maßstab. Wenn wir über Tötung durch Schusswaffen sprechen – und die von Roman Grafe und seinen Mitstreitern gesammelten über 240 Fälle seit 1990 sind keineswegs „willkürlich“ zusammengetragen, wie Benedikt Krainz unterstellt, dann sind es die Kategorien von Mord und Totschlag, die als Vergleichsmaßstab infrage kommen.

Die aktuellsten Zahlen, die Wikipedia bereitstellt, beziehen sich auf das Jahr 2016. Damals kamen auf 3.242 Tötungsdelikte 784 Fälle von Mord (bzw. Mordversuchen) und 1.657 Fälle von Totschlag (bzw. versuchtem Totschlag).

Auf 3.242 Tötungsdelikte kamen also 2.441 Fälle von Mord und Totschlag, bzw. den Versuchen dazu.

Auch wenn man sich wiederholt, wird eine falsche Behauptung nicht dadurch richtiger.
Die auf Wikipedia genannten Zahlen sind aus der Polizeilichen Kriminalstatistik. Und darin sind eben die schon oben erwähnten Suizide, Schwangerschaftsabbrüche, Tötungen auf Verlangen oder Unfälle NICHT enthalten. Klingt unglaublich, ist aber so. „jedes Jahr im Schnitt um die 3.000“ ist auch eine sehr großzügige Abrundung nach unten, wenn man sich die genannte Quelle betrachtet. Tatsächlich werden für die Jahre von 1994 – 2016 87.118 Tötungsdelikte aufgelistet, was einem Durchschnitt von fast 3.630 Tötungsdelikten pro Jahr entspricht. Also gegenüber den „im Schnitt um die 3.000“ nur schlappe 20 Prozent mehr, als die Quelle beschreibt. Auch diese äußerst kreative Art, mit Zahlen umzugehen, kommt einem irgendwie sehr bekannt vor…
Und genau deshalb SIND die langweiligen Zahlenreihen der PKS der Maßstab, um beurteilen zu können, ob nun Sportwaffen tatsächlich ein so großes Risiko darstellen, wie es von Herrn Grafe seit zehn Jahren herbeihysterisiert wird.

79 Prozent der Totschlagsfälle waren übrigens versuchter Totschlag, genauso übrigens wie 58 Prozent der Morde nur versuchte Morde waren.

Also waren dann 21 Prozent der Totschlagsfälle und 42 Prozent der Mordfälle „erfolgreich“. Damit verloren 2016 348 Menschen durch Totschlag und 329 durch Mord ihr Leben, zusammen gab es damit 677 Opfer eines vollendeten Tötungsdeliktes.

Was hier betont werden muss, denn die Amokläufe zeichnen sich nun einmal dadurch aus, dass die Täter mit Waffen unterwegs waren, die zum Töten gemacht sind und die diese auch in die Lage versetzten, binnen kurzer Zeit viele Menschen zu ermorden. Oft eben halbautomatische Waffen, Großkaliber und Faustwaffen, die für Polizei und Militär entwickelt wurden.

Oha, „Waffen, die zum Töten gemacht sind“. Also lag es an den Waffen, weil sie zum Töten gemacht worden sind und nicht an den Tätern. Warum schickt man eigentlich noch Soldaten in Kriegsgebiete und entsendet nicht ein paar Container mit diesen Waffen, die nur zum Töten gemacht wurden? Die Dinger sollten doch wissen, was sie gefälligst zu tun haben, wenn es den Menschen als handelndes Subjekt dazu nicht braucht.

Genau diese Waffen will die Initiative „Keine Mordwaffen als Sportwaffen“ vom Markt kriegen. Denn wenn solche zum Töten gebauten Waffen für mögliche Täter nicht erreichbar sind, ist die Schwelle dafür, dass sie für Mord und Totschlag zur Verfügung stehen, viel höher.

Hey, geniales Konzept! „Vom Markt kriegen“, also auf gut Deutsch „Verbieten“! Warum ist da nur früher niemand darauf gekommen, etwas zu verbieten? Warum verbieten wir nicht einfach Drogen, Menschenhandel, Mord, Raub, Vergewaltigung? Wenn etwas verboten ist, dann tut es niemand mehr. Problem gelöst. Wahrscheinlich haben die Attentäter von Berlin, Nizza, Stockholm, London usw. nur deshalb ihre Massenmorde begehen könne, weil das Begehen von Massenmorden mittels Kraftfahrzeug nicht explizit verboten wurde.

Bei den registrierten Fällen zu Mord und Totschlag 2016 hat die Polizei übrigens in 145 Fällen die Verwendung einer Schusswaffe registriert.

Von einem Tötungswerkzeug, das – so Krainz – „deliktisch nahezu irrelevant ist“, kann also nicht die Rede sein.

Nun, es reicht nicht, Statistiken zu lesen, man muss sie auch verstehen.

Eine Schusswaffe ist nicht zwangsläufig eine erlaubnispflichtige Schusswaffe.

Und die Verwendung einer erlaubnispflichtigen Schusswaffe ist nicht gleichbedeutend damit, dass der Täter bei der Tatbegehung legal im Besitz dieser erlaubnispflichtigen Schusswaffe war.

Das ist aber die Zahl, auf die es ankommt, wenn man das Gefährdungspotenzial legal besessener, erlaubnispflichtiger Schusswaffen objektiv und nicht rein willkürlich aufgrund der persönlichen Befindlichkeiten beruteilen möchte.

Tatsächlich liegt der Anteil vom Tatmittel „legal besessene, erlaubnispflichtige Schusswaffe“ regelmäig im Bereich von wenigen Prozent. So erhielt ich seinerzeit vom damaligen Innenminister Dr. Friedrich auf meine Anfrage die Auskunft:

Zitat: „1m Jahre 2010 wurden insgesamt 516 Schusswaffen bei oder im Zusammenhang mit der Begehung von insgesamt 496 Straftaten nach dem StGB sichergestellt. Dabei wurden in 28 Fallen 27 erlaubnispflichtige Schusswaffen aus legalem Besitz verwendet. Dies entspricht einem Anteil von 5 %.“

Fünf Prozent oder eine von 20 bei Tötungsdelikten verwendeten, erlaubnispflichtigen Schusswaffen waren demnach legal im Besitz des Täters. Von den oben stolz genannten 145 bleiben bei dieser Quote gerade mal sieben übrig. Und die verteilen sich auf alle Gruppen, die hierzulande legal erlaubnispflichtige Schusswaffen besitzen oder dienstlich führen.

Und da Benedikt Krainz noch meinte, wir würden „immer wieder zwei spektakuläre Fälle aufwärmen, die zehn bzw. 17 Jahre zurückliegen“, dann erwähnen wir zumindest, dass Roman Grafe auch die anderen Amokläufe erwähnt, die – anders als die Fälle in Erfurt und Winnenden – viel zu schnell wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden: Epstein 1983, Euskirchen 1994, Bad Reichenhall 1999 …

Aua. Mein Vorwurf, zehn bzw. fast zwanzig Jahre zurückliegende Vorfälle instrumentalisieren zu müssen, kontert man mit der Aufzählung von Vorfällen, die sogar 20, 25 bzw. 36 Jahre zurück liegen. Irgend etwas scheint mit den vielen Millionen Schusswaffen, die ja angeblich nur zum Töten gemacht sind, nicht zu stimmen, wenn nur ungefähr 0,0012% davon jedes Jahr für Tötungsdelikte missbraucht werden.

Viele Einzelfälle bringt Grafe recht detailliert, nicht alles Amokläufe, vieles auch Mord und Totschlag im Kreis von Familien, Nachbarn, am Arbeitsplatz. Zeitungen berichteten darüber. Manche Fälle sorgten für deutschlandweites Entsetzen wie der Tod eines 32-jährigen Polizisten in Georgsgmünd 2016, als er beim Versuch der Polizei, einen „Reichsbürger“ zu entwaffnen, erschossen wurde.

Korrekt. Viele Einzelfälle. Genau das sind sie nämlich, Einzelfälle. Die Ausnahme, die die Regel bestätigt, aber nicht die Regel. 677 Opfer von Tötungsdelikten in 2016 bedeuten, dass jede Woche 13 Menschen zum Opfer werden. Anders ausgedrückt:

Herrn Grafe uns seine Mitstreiter interessieren die Opfer der ersten Kalenderwoche jeden Jahres, genauer genommen die vom 1. bis höchstens 5. oder 6. Januar. Die Opfer der restlichen 51,X Wochen bis zu Silvester werden weder in Karten eingetragen noch anderweitig für eigene Zwecke instrumentalisiert. Ganz einfach, weil man sie trotz allerlei kreativer Einfälle nicht irgendwie den bösen Sportschützen und ihren nur zum Töten gemachten Waffen in die Schuhe schieben konnte.

Jeder Mensch, der durch eine Schusswaffe getötet wird, ist einer zu viel. Das lässt sich durch keinen Vergleich relativieren.

Demnach sind also nur die Menschen, die durch eine Schusswaffe getötet wurden, „einer zu viel“. Alle anderen nicht.

So sehen selbstgerechte, sich moralisch erhaben wähnende Hypermoralisten die Welt, die jeden Bezug zur Realität, zu Maß und Ziel, verloren haben. So beginnt Fanatismus.

7 Kommentare

  1. Moin, was eine Flut von Müll und unbrauchbaren Aussagen, schön das sich der Herr G. immer wieder zu wahrheitswidrigen Einlassungen versteigt.
    Was ist das eigentlich für ein „Pressererzeugnis“? Von Graefe selbst gegründet?
    Die „Rezension“ ist ganz kongruent zu dessen wirren Vorstellungen. Hat er sehr wahrscheinlich als „Entwurf“ mitgeschickt…
    Hab das Werk auch kurz kommentiert: Meinung bar jeder Methodik.

  2. Das ist ja wohl ein parteilich der Linken nahestehendes Fachblatt mit entsprechendem SED-nahen Bürgerentwaffnungsprogramm. Die Agenda passt zum Märchenerzähler wie die Faust aufs Auge.

  3. Spaßeshalber habe ich mir die Bewertungen bei Amazon angeschaut. Grafes Werk bekommt von den Lesern im Schnitt die Note 1,1 und landet damit noch hinter Heiko Maas‘ „Aufstehen statt wegducken“ (1,3)!

    Die einzige Zweipunkte-Wertung ist auch kein wirklicher Trost:
    „Ein Stern für die Erfüllung der Erwartungen und ein Stern für meine Erwähnung im Buch.“ (Leser 7.65 Para)

  4. Haha, diese Internetzeitung sollte Ihnen eigentlich eine Provision zahlen für die zusätzlichen Besucher, für die Ihr Leserbrief dort gesorgt hat.

    Bemerkenswert ist auch diese Lesermeinung:

    „Mehr Neutralität und Sachlichkeit bitte!

    Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu, dass jedes Opfer eines Tötungsdelikts, egal mit welchem Tatmittel es umgebracht wurde, eine entsetzliche Tragödie darstellt. Aber das beantwortet etliche Fragen nicht, die Herr Kreinz in seinem Leserbrief zurecht, allerdings unglücklich formuliert, aufgeworfen hat. Anstatt auf seine stärksten Punkte einzugehen widerlegen Sie lediglich seine unglücklichen Formulierungen und das auch noch mit teils falschen und teils irreführenden Behauptungen. Zunächst zu den Fehlern und Ungenauigkeiten in Ihrer Argumentation:
    A. Sie schreiben, die Polizei zähle unter Tötungsdelikten „alles Mögliche, vom Schwangerschaftsabbruch über die fahrlässige Tötung, den Suizid, Mord und Totschlag bis hin zu versuchten Tötungen.“ Das ist falsch! In der polizeilichen Kriminalstatistik werden diese Taten, mit Ausnahme des Suizids, der überhaupt keine Straftat ist, unter „Straftaten gegen das Leben“ geführt. „Tötungsdelikte“ ist der in der Kriminologie und Politikwissenschaft übliche und von diversen internationalen Organisationen, z.B. UNODC, OECD, Weltbank, verwendete Begriff für die Zahl der Opfer von Mord und Totschlag. Und die sind der vollkommen korrekte Vergleichsmaßstab, wie sie sogar selber schreiben. Trotzdem unterlassen Sie es die Opferzahlen für Deutschland zu nennen. Etwa weil dagegen die 240 Fälle, für die Herr Grafe die Zahlen von 30 Jahren zusammenzählen muss, vielleicht wirklich vernachlässigbar aussehen würden? Es sind in den letzten Jahren jährlich! zwischen 500 und 1500 Fälle gewesen. Auf die gleichen fast 30 Jahre zusammengerechnet (ohne 2019!) sind es ungefähr 25000. Also mehr als 100mal so viele wie mit registrierten Sportwaffen, selbst laut Herrn Grafes Zählung. Ob das nun vernachlässigbar ist oder nicht, weiß ich nicht genau. Aber das Argument einfach mit dem Verweis auf die individuelle Tragödie jedes Opfers wegzuwischen, ist genauso schädlich für eine ernsthafte und ehrliche Auseinandersetzung wie gefühlte Fakten anzuführen.
    B. Sie schreiben „Bei den registrierten Fällen zu Mord und Totschlag 2016 hat die Polizei übrigens in 145 Fällen die Verwendung einer Schusswaffe registriert.“ Die Zahl stimmt zwar, aber sie ist trotzdem irreführend, denn es wird nicht nach legal besessenen, registrierten Schusswaffen und illegal besessenen Schusswaffen unterschieden und da der ganze Artikel nur von legalen Schusswaffen handelt wird suggeriert, es ginge um diese. Ausgehend von der Tatsache dass der Anteil der registrierten Schusswaffen an den aufgrund einer Straftat nach StGB (also ohne Waffenrechtsverstöße) beschlagnahmten Schusswaffen seit Jahren bei ca. 5% liegt, ist anzunehmen, dass er hier höchstens in einer ähnlichen Größenordnung liegt – „höchstens“, da registrierte Waffen wahrscheinlicher beschlagnahmt werden, weil ihre Existenz und ihr Typ den Behörden bereits bekannt sind. Wir reden also über maximal 7 oder 8 Fälle die von jenen Sportschützen begangen wurden, denen Herr Grafe gern alle Waffen verbieten würde. Diesen Fällen stehen mehr als 135 Fälle gegenüber, in denen illegale Waffen verwendet wurden, an denen sowieso kein Verbot etwas ändert, weil sie ja schon verboten sind. Außerdem wurden auch hier wieder die Versuche mitgezählt. Auf Basis meines Punkts A und dieser Ausführung kann mit Bezug auf legale, registrierte Schusswaffen – und nur um die geht es hier – also sehr wohl von einem Tötungswerkzeug die Rede sein, dass deliktisch nahezu irrelevant ist, denn die weit überwiegende Zahl der Tötungsdelikte wird gar nicht mit Schusswaffen begangen und die weit überwiegende Zahl der wenigen mit Schusswaffen begangenen Tötungsdelikte wird mit illegalen Schusswaffen begangen.
    Nun möchte ich versuchen, die freiheitsfreundliche Position zum Waffenrecht etwas klarer darzustellen:
    a. Wenn Sie schon das Buch des Cheflobbyisten der deutschen Waffenverbotslobby in ein so positives Licht rücken. Werden Sie dann in nächster Zeit auch einem der Vertreter der legalen Waffenbesitzer, z.B. vom Forum Waffenrecht, Möglichkeit für ein Interview geben? (Falls Sie anzweifeln, dass Herr Grafe Lobbyist sei: Was ist ein Lobbyist, wenn nicht jemand, der damit Geld verdient in organisierter Form eine bestimmte politische Position durch Beeinflussung der öffentlichen Meinung und der von Politikern zu vertreten? Also exakt, was Herr Grafe mit seiner Waffenverbotskampagne seit Jahren tut.)
    b. Die Liste der angeblichen Opfer von Sportwaffen (haben die Waffen selbst geschossen?) von Herrn Grafes Verein auf sportmordwaffen.de ist tatsächlich nach undurchsichtigen Kriterien zusammengestellt. Zum ersten enthält sie keine Quellenangaben. Deshalb ist es schwierig die Fälle im Einzelnen zu überprüfen. (Vielleicht ist das in seinem Buch anders. Ich habe es nicht vorliegen.) Auf Anhieb habe ich aber bereits einen Fall gefunden (März 2010) in dem der angebliche Täter vom BGH freigesprochen wurde. Ich weiß nicht wie viele solcher Fälle es in der Liste gibt, aber dass ich gerade einmal fünf Minuten gebraucht habe, um einen zu finden, ist nicht gerade vertrauenerweckend. Zudem geben die Macher der Liste selbst zu, auch Fälle erfasst zu haben, in denen die Opfer erstickt, erschlagen oder erstochen wurden, weil der Täter im zeitlichen Zusammenhang auch eine Schusswaffe verwendet hat, obwohl gerade bei diesen Tätern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden muss, dass sie die Tat auch ausgeübt hätten, wenn sie keine Schusswaffen gehabt hätten, schließlich haben sie sie ohne den Gebrauch der Waffe ausgeübt. Zum Zweiten passen sie kaum mit den Zahlen des BKA zusammen: Z.B. wurden im Jahr 2013 gerade einmal 19 legale Schusswaffen im Zusammenhang mit Strafteten nach dem Strafgesetzbuch in ganz Deutschland beschlagnahmt. Herr Grafe zählt im selben Jahr 13 Taten mit 17 Opfern. Es ist aufgrund der Zahlen nicht völlig auszuschließen, dass dies so war. Es würde aber bedeuten, dass die Täter im Durchschnitt maximal 1,5 Waffen besessen haben, während es für alle legalen Waffenbesitzer 2013 im Durchschnitt rund 4 waren und dass Sportschützen anders als alle anderen Gruppen, wenn Sie Straftaten mit Waffen begehen, quasi ausschließlich Tötungsdelikte begehen. Beides ist extrem unwahrscheinlich und dann ist die Frage, wem man eher glauben sollte: Dem einigermaßen neutralen BKA oder dem offensichtlich eine Agenda verfolgenden Herrn Grafe? Ich würde einer Behörde im Zweifel mehr vertrauen als einem Lobbyisten.
    c. Selbst wenn wir annehmen, dass die Zahlen von Herrn Grafes Waffenverbotslobby stimmen würden, hieße das nicht automatisch, dass ein totales Waffenverbot die richtige Reaktion ist. Erstens zeigt selbst deren Liste, dass in den vergangenen Jahren die Zahlen in der Tendenz zurückgegangen sind – trotz dank Internet immer besserer Verfügbarkeit von Informationen zur Erstellung der Liste! Warum sollte man ein Verbot aussprechen, wenn das Problem offenbar von selbst immer kleiner wird? Zweitens ist überhaupt nicht gesagt, dass auch nur ein einziges Tötungsdelikt verhindert würde. Die meisten der Tötungsdelikte mit Schusswaffen sind Beziehungstaten. Dabei ist es egal, ob eine Schusswaffe, ein Messer oder ein anderer Gegenstand verwendet wird. Jemandem, der emotional bereit ist einen Menschen umzubringen, den er einmal geliebt hat, wird jedes Mittel recht sein. Weder ändert das Tatmittel in diesen Fällen etwas an der Motivation des Täters noch an dem Leider der Opfer. Genau das bestätigen auch die meisten Kriminologen und fordern deshalb kein totales Verbot von Schusswaffen. Die andere größere Kategorie sind Amokläufe und Terroranschläge. Diese sind, anders als uns das Narrativ des plötzlich durchdrehenden Teenagers suggeriert, meistens langfristig geplant. Hier würden die Täter zwar wahrscheinlich nicht zum Messer greifen, sondern sich im Darknet eine Schusswaffe besorgen. Das Ergebnis wäre aber, wie uns der Fall in München gezeigt hat, ebenso furchtbar wie mit einer legalen Schusswaffe. Drittens ist die Opferzahl im Vergleich zu anderen Feldern sehr gering. In den letzten 10 Jahren wurden selbst laut der Liste von Herrn Grafe durchschnittlich weniger als 8 Menschen mit Sportwaffen getötet. Laut Wissenschaftlern des Münchner Instituts für Therapieforschung wurden im Jahr 2014 allein 1214 Menschen von alkoholisierten Autofahrern (ohne die Fahrer selbst!) getötet und 55 Tötungsdelikte von alkoholisierten Tätern verübt. Wenn es tatsächlich darum ginge möglichst viele Menschen vor einem gewaltsamen Tod zu schützen, wäre es wesentlich sinnvoller Alkohol zu verbieten als Schusswaffen. Von Herrn Grafe hört man zu diesem zahlenmäßig um mehr als einen Faktor 100 größeren Problem aber gar nichts. Persönlich finde ich es deshalb scheinheilig, wenn er behauptet er wolle unschuldige Menschen schützen. Viel eher scheint er mir seine ökologische Nische als Lobbyist gefunden zu haben, in der er seine Bücher und Zeitungsartikel sogar noch für Geld auf den Markt bringen kann. Aber auch von den meisten Politikern werden weichere Maßnahmen gefordert, um den Alkoholkonsum zu senken und die Konsumenten zu verantwortungsvollerem Verhalten zu bewegen. Und das ist auch gut so, denn: Viertens muss in einem freiheitlichen Land immer eine Abwägung zwischen Sicherheit und Freiheit getroffen werden. Wir haben uns als Gesellschaft darauf geeinigt, dass wir ein gewisses Risiko bereit sind, in Kauf zu nehmen, solange wir im Gegenzug auch die Freiheiten genießen dürfen, die mit dem Risiko verbunden sind. Wir haben uns also darauf geeinigt einige Todesopfer zu akzeptieren, weil uns die Freiheit das wert ist. Im internationalen Vergleich ist das deutsche Waffenrecht allerdings bereits ziemlich restriktiv. Es gibt noch restriktivere Länder, einige, die auf einem ähnlichen Niveau sind, und viele liberalere. In Anbetracht der bereits erheblichen Hürden und Einschränkungen um legal eine Schusswaffe zu erwerben, der geringen, sinkenden Opferzahlen, der Unsicherheit, ob überhaupt potentielle Opfer geschützt würden, der Gleichbehandlung von Personen, die in ihrer Freizeit gern Schießsport ausüben mit denen, die gern Alkohol trinken, und der Konstitution Deutschlands als freies Land, wäre jede weitere Verschärfung des Waffenrechts und insbesondere ein totales Waffenverbot, wie es Herr Grafe fordert (der anders als Sie behaupten nicht nur halbautomatische Waffen verbieten will) absolut ungerechtfertigt und reiner Ausdruck staatlicher Bevormundung. Im Gegenteil: Wenn überhaupt müsste, in Analogie zur Rechtslage beim Alkohol, mit der niemand ein besonders großes Problem zu haben scheint, das Waffengesetz gelockert werden. Persönlich finde ich es immer sehr befremdlich, dass Herr Grafe einerseits darauf bedacht zu sein scheint, die DDR als unfreiheitliche Diktatur darzustellen, sie in ihrer Unfreiheitlichkeit, was das Waffenrecht anbetrifft, aber noch um Längen übertreffen möchte. Ich halte es da eher mit dem Sozialdemokraten Gustav Heinemann: „Ein Staat ist immer nur so frei, wie sein Waffengesetz.“
    d. Welche Bedeutung hat es, wozu eine Technologie ursprünglich einmal entwickelt wurde? Die Vorläufer des Internets wurden entwickelt um einen Atomkrieg gewinnen zu können. Flugzeuge wurden lange Zeit fast ausschließlich zu militärischen Zwecken entwickelt. Computer wurden ursprünglich im Wesentlichen entwickelt um Codes zu knacken und Flugbahnen von Raketen zu berechnen. Die bloße Tatsache, dass auch Schusswaffen ursprünglich entwickelt wurden um Krieg zu führen, heißt genauso wenig, dass sie nur dazu benutzt werden können wie bei den anderen genannten Technologien. Millionen Sportschützen und Jäger weltweit beweisen täglich das Gegenteil. Die Frage wozu etwas irgendwann einmal entwickelt wurde, ist schlicht und einfach irrelevant. Es ist einzig relevant, wie es von Einzelnen gebraucht wird. Und die allermeisten Sportschützen verwenden ihre Waffen eben nicht um andere Leute zu töten, sondern als Sportgerät.
    e. Wir haben uns als Gesellschaft nicht nur darauf geeinigt gewisse Risiken zugunsten von Freiheit in Kauf zu nehmen, sondern auch darauf, von bewaffneten Polizisten beschützt zu werden. Hier scheinen Waffen plötzlich kein Problem darzustellen, sondern sogar zur Handlungsfähigkeit und Verteidigungskraft der Gesellschaft beizutragen. Persönlich sehe ich auch keinen Grund, warum das nicht auf andere Gruppen ausgedehnt werden sollte, um insgesamt die Zahl der Tötungsdelikte zu senken. Ebenso, wie wir offenbar in der Lage sind, Polizisten daraufhin auszusuchen, dass sie nur äußerst selten schwere Straftaten begehen, wäre es möglich auch andere Bürger, die sich darauf bewerben, verdeckt Waffen tragen zu dürfen, auszuwählen. Polizisten sind schließlich auch keine per se besseren Menschen. Selbst in den USA – sicherlich nicht gerade das Musterland für ausgewogene Waffengesetze – zeigt sich, dass diejenigen, die ein „Concealed Carry Permit (CCP)“, also eine Erlaubnis zum verdeckten Führen haben, nahezu keine Straftaten begehen. Auf 1 Mio. erteilte Erlaubnisse kommen in keinem Bundesstat mehr als 100 widerrufene Erlaubnisse pro Jahr; und sie können bereits widerrufen werden, wenn man mit einer verdeckt getragenen Waffe ein Flughafengebäude betritt um einen Angehörigen abzuholen. Dabei gibt es dafür nicht einmal spezielle Auswahlkriterien, außer, dass man nicht vorbestraft sein darf. Die hier in Deutschland nach meinem Modell sorgfältig ausgewählten Bewerber müssten aber auch noch einen Trainingskurs durchlaufen, der sie auf die mit dem Führen einer Schusswaffe einhergehende Verantwortung vorbereitet und einen Schießtest bestehen. Da Polizisten in ihrer Ausbildung noch etliche andere Dinge lernen, die für zivile Waffenträger unnötig wären, könnte dieser Kurs wahrscheinlich als Wochenendkurs oder Abendkurs gehalten werden und trotzdem was den Umgang mit Schusswaffen anbetrifft ein vergleichbares Niveau erreichen. Im Ergebnis würde eine Art Panoptikum für potentielle Mörder und andere Straftäter entstehen, weil sie stets damit rechnen müssten, dass sie jemand an ihren Taten hindern wird. Das wirkt bereits abschreckend. Gleichzeitig könnten auch aktiv Taten verhindert werden. Jeder, der glaubt, dass Polizisten zur Sicherheit beitragen, muss auch glauben, dass zivile Waffenträger zur Sicherheit beitragen, sofern wir sie nach den gleichen Kriterien auswählen, nach den gleichen Standards ausbilden – jedenfalls was den Umgang mit Schusswaffen betrifft – und nach den gleichen Regeln verantwortlich halten, z.B. kein Alkohol, wenn man eine Waffe trägt. Zusätzlich würde es den Bürgern mehr Freiheit zurückgeben und eine Gesellschaft prägen die von Verantwortung und gegenseitigem Füreinander-Einstehen geprägt ist, anstatt nur auf staatlich Hilfe zu vertrauen, die eben leider nicht immer sofort zur Stelle sein kann.
    Ich kann verstehen, wenn jemand anderer Meinung ist als ich und dafür gute Gründe vorbringen kann. Besonders mein Punkt e. ist sicherlich kontrovers. Aber zumindest sollte die eigene Meinung auf Fakten und wo die Fakten unklar oder unvollständig sind auf durch Fakten plausibilisierten Annahmen beruhen. Einfach irgendwelche Zahlen durcheinander zu werfen und dann den vermeintlichen Gegner zu geißeln er sei quasi menschenverachtend, so wie sie es gegenüber Herrn Kreinz getan haben, Herr Julke, ist weder guter Stil, noch einer vernünftigen und ehrlichen Debatte zuträglich.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Julian Keimer

    PS: Der Veröffentlichung meines Leserbriefes stimme ich nur zu, wenn er vollständig veröffentlicht wird. Der Veröffentlichung einzelner Passagen stimme ich ausdrücklich nicht zu.“

    Link: https://www.l-iz.de/leben/gesellschaft/2019/05/Schusswaffen-Nur-ein-paar-Faelle-die-nicht-ins-Gewicht-fallen-274861#comment-13994

  5. Und noch ein Text von dem abzuwarten bleibt of er veröffentlicht wird:

    „Das Ganze liest ich schon merkwürdig, denn das Vokabular ist offenkundig nicht wissenschaftlicher Natur. Insbesondere wirkt die Darstellung juristisch, kiminologisch und kriminalpräventiv etwas unausgearbeitet.
    Schon die im deutschen Recht geltende Auffassung das allein der Täter, nie das Tatmittel die Tatherrschaft hat, bleibt in dem Werk vollkommen ausgeblendet(Roxin, Täterschaft und Tatherrschaft, 9. Auflage, 2015).
    Auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Fällen von Erfurt und Utoya wirken seltsam aus der Zeit gefallen.
    Im Fall Erfurt/Steinhäuser wurde die mitgeführte Flinte nicht benutzt. Im Fall Breivik gib es eine umfangreiche Untersuchung zu den Auswirkungen der Tatmittel die zu ganz anderen Schlüssen kommt:
    http://www.jura.uni-koeln.de/sites/kriminologie2015/Krise_Kriminalitaet_Kriminologie_2015_Abstractband.pdf Die Arbeit kam dann wohl von der BfUS Marburg.“

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