Bremer Geisterfahrer

Der Untergang des Abendlandes steht unmittelbar bevor:

In Bremen besitzt doch tatsächlich ein Schießbudenbetreiber die Frechheit, seine Schießbude kindergerecht eingerichtet zu haben und somit auch den Kleinen etwas Rummelspaß zu gönnen.

Die „Bild“ empört sich sofort:

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Heiße Hello-Kitty-Eisen für die kleinen Mädchen und Batman-Optik für Jungs. Alternativ gibt es noch ein lustiges Löcherkäsedesign.
Dazu ein Schild: „Der Spaß für Kinder. Mit kindergerechten Gewehren zeigen wir Ihrem Kind das Schießen.“

HAT DER DEN SCHUSS NICHT GEHÖRT?

Der CDU-Abgeordnete Claas Rohmeyer ist aufgebracht. „Eine Waffe muss immer als eine Waffe erkennbar sein. Eine Verniedlichung ist vollkommen unangemessen“, sagt er verärgert.

Auch viele Eltern finden die Gewehre mit dem Kurzschaft gar nicht gut.

Wie furchtbar schrecklich. Kinder finden Spaß am Schießen. Das kann nicht sein, das muss man verhindern. Kinder vor „echten“ Waffen fernhalten, damit sie ihre diesbezüglichen Kenntnisse aus der „Bild“-Zeitung und schrottigen TV-Serien erwerben müssen.

Zum Glück gibts auf so einem Rummel auch politisch-korrekte Vergnügungen, ganz ohne Schusswaffen. Wo sogar Papa oder Mama mit Klein-Michelle zusammen Spaß haben dürfen. Zum Beispiel beim Autoscootern. Da kann sich die ganze Familie darin im Frontalzusammenstoß mit anderen „Verkehrsteilnehmern“ üben.

Angesichts von 12 Toten durch Geisterfahrer alleine im Oktober sollte die Frage erlaubt sein, wo denn die entsprechende Empörung über Autoscooter bleibt. Schließlich ist das simuliertes Geisterfahren in Reinkultur.

Die wird aber natürlich nicht kommen, sowohl „Bild“-Redakteure als auch Bremer CDU-Abgeordnete und die Eltern von Luis fahren selbst Auto und werden auch Autoscootern nicht abgeneigt sein. Macht IHNEN ja auch bestimmt Spaß.

Zum Aufregen und zum Verbieten taugen natürlich nur Dinge, die den Anderen Spaß und Freude bereiten.

5 Antworten auf „Bremer Geisterfahrer“

  1. Als Kind hatte ich viel Freude beim Schießen an der Jahrmarktsbude. Kein Mensch regte sich darüber auf, schon gar nicht meine Eltern. Ganz im Gegenteil, sie haben sich richtig mit mir gefreut, als ich mir mal einen kleinen Plüschteddy „erschossen“ habe.

    Mittlerweile wird das Alltagsklima zunehmend durch eine freudlose Spezies von Neo-Jakobinern vergiftet, denen die Gutmenschensonne förmlich aus dem Hintern scheint. Sie soll uns Unerleuchtete erleuchten und den Weg zum Glückmenschentum bescheinen. Dabei geht ihnen nicht um Sicherheit. Es geht ihnen vielmehr um die Sendbotschaft ihrer Moral, die lautet: Ich meine es doch nur gut mich euch. In Wirklichkeit meint der Gut- und Bessermensch es nur mit seinem Ego gut, dass er in eine Sendbotschaft gepackt, auf andere projiziert und eine kritische Resonanz darauf niemals zulässt.

  2. Mir fällt dazu nur ein Spruch ein :

    „Die Feder ist schärfer als das Schwert…“

    Ich plädiere hiermit das Reporter,oder solche die glauben welche zu sein,erst eine Schreiberlaubnis erwerben müssen.Auflagen wie jährliche,gebührepflichtige Überprüfung auf ihre Psyche,auch genannt „Ideotentest“,abklärung auf ihre politische Gesinnung (Linke/Rechte Brühe muß unterbunden werden) und natürlich Führverbot im öffendlich,rechtlichen Raum.Zentrale Lagerung ihrer Federn (ganz besonders Anscheinutensilien wie LapTps,PC’s Handy`s usw.)und regestrierung derselben.

    Petition zu diesem Anliegen ist in der Vorbereitung…

    …ich könnte…aber lassen wir das mal 🙁

  3. Nachtrag :
    Dank an Benedikt !
    Immer wieder klasse Beiträge zu dem Irrsinn der in Deutschland ohne Bestrafung begangen werden darf…

    …aber ein Rettungshubschrauber wegen „Falschparken“ angezeigt werden kann.

    Quo vadis Germania ?

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