Der Grafe von Monte Heuchlo

Sowas, aber auch! Haben es die Winnendener doch tatsächlich gewagt, den Kreativstatistiker Roman Grafe nicht nur nicht die erste, sondern gar keine Geige bei der Entscheidung über Inhalt und Standort einer Gedenktafel an das Schulmassaker spielen zu lassen.

Vielleicht liegt das an seinem mittlerweile krankhaft erscheinender Hass auf die Sportschützen und Sätze wie dieser, in denen sein offenbar gestörtes Verhältnis zur Realität zum Vorschein kommt:

Wir verstehen nicht, was unzumutbar daran sein soll, namentlich an jene zu erinnern, die vor drei Jahren noch in diese Schule gingen bzw. gehen mußten. Unzumutbar finden wir anderes: Daß Schüler und Lehrer (auch in Winnenden) bis heute Angst haben müssen, daß wieder ein solches Schulmassaker mit legalen privaten Waffen geschieht.

Nun, vielleicht ist die restliche Bevölkerung nicht mit einer derartigen Mischung aus eingebauten Scheuklappen und selektiver Wahrnehmung „gesegnet“ wie der Herr G. und nimmt einfach zur Kenntnis, dass in Deutschland jeden Tag Menschen ermordet werden und die Tatmittel eben in fast allen Fällen keine „Sportmordwaffen“ sind und die Täter schon gar keine Sportschützen.

Wer halbwegs normal denkt, der kommt irgendwann vielleicht von selbst auf die Idee zu hinterfragen, warum man ausgerechnet dem Busfahrer, KFZ-Mechaniker, Elektriker, Arzt oder Klempner von nebenan nicht zutrauen sollte, verantwortungsvoll mit einer legal besessenen Schusswaffe umzugehen. Wir vertrauen anderen Menschen, oft völlig Unbekannten, fast täglich, wenn auch meistens indirekt, unsere Gesundheit und unser Leben an.

Aber vielleicht lassen sich manche Antiwaffenaktivisten nur von Automechanikern die Bremsscheiben wechseln, nur von Installateuren Gasleitungen verlegen und ihre Kinder nur von Busfahrern kutschieren, von denen sie wissen, dass es keine gemeingefährlichen Sportschützen sind. Denn diese potenziellen Amokläufer haben doch nur Misstrauen verdient.

Doch zurück zum Thema. Das sich der Herr G. scheinbar selbst als der offizielle inoffizielle Vertreter der Winnendener Opferangehörigen sieht, kann er es natürlich nicht hinnehmen, wenn man seine Art und Weise, die Ermordeten und deren Angehörige für seinen Kreuzzug gegen Sportschützen zu instrumentalisieren, in Winnenden ablehnt.

Da muss natürlich nachgelegt werden und schon die Überschrift hat es in sich:

Propaganda statt Aufklärung

„Propaganda“ und „Aufklärung“ von Herrn G. in einem Satz zu hören (bzw. zu lesen) ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Der Mann, der mit falschen Zahlen und geschickten Formulierungen („Opfer tödlicher Sportwaffen“) gutgläubige Medien und Politiker beeinflusst hat, dessen Balken biegende „Statistiken“ Niederschlag in Zeitungsartikeln und Gesetzesvorlagen finden, ausgerechnet der, beschwert sich nun über angebliche „Propaganda“ und ausgerechnet dieser Faktenverdreher will „aufklären“!

Das sieht dann so aus:

In diesem Artikel leugnen die Stadt Winnenden, die Albertville-Realschule und der Autor des Artikels diesen Konflikt auf plumpe Weise und weisen dem Boten der schlechten Nachrichten die Schuld zu. Man möchte meinen, die Damen und Herren haben ihr publizistisches Handwerk in der DDR gelernt.

Der Spruch setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Er, selbst ein Demagoge vor dem Herrn, ich will nicht sagen von Schnitzlers Format, diffamiert nun auch noch seine Kollegen von der schreibenden Zunft und unterstellt ihnen im Grunde, nur die Verlautbarungsorgane der Winnendener „Staats- und Parteiführung“ zu sein.

Was für ein Heuchler. Wenn er so ein Kämpfer gegen DDR-Unrecht ist und freien, unabhänigen Journalismus so sehr schätzt, wenn er die Meinungs- und Pressefreiheit so hochhält – warum dann ausgerechnet das Waffengesetz einer Diktatur wie der DDR zum Vorbild nehmen?

War vielleicht doch nicht alles schlecht in der DDR, ganz besonders die Nichtexistenz von Schützenvereinen? Immerhin saßen durch das Waffenbesitzverbot, welches dem einfachen DDR-Bürger auferlegt war, keine bösen Sportschützen auf den Wachtürmen und haben die Flüchtenden von hinten abgeknallt.

Das geschah alles ganz ordentlich nach geltendem Recht und Gesetz.

Und schließlich, das erzählen uns die Waffenbesitzverbieter ja so gerne, sind nur Waffen im Dienste der Obrigkei in guten Händen und bringen Heil und Segen über die Menschheit. Immer und überall.

Nur nicht in der Realität.

2 Antworten auf „Der Grafe von Monte Heuchlo“

  1. Der hat echt vorgeschlagen seinen Namen auch auf die Tafel zu setzen? Wieso das? War er dabei? Was hat er damit – außer seiner Hetze gegen alles und jeden – zu tun?
    Was haben Tote und die Artikel von/über Grafe gemeinsam? Jeder ist einer zuviel!

  2. Vielleicht hätte er dabei sein sollen… so ist die Chance, ein Märtyrer zu werden, erst mal vertan. Hat aber sein Gutes, dann merkt er wenigstens, wie sehr er ignoriert wird. Lernen wird er eh nicht draus, der liebe Herr Gräfe. Haben Fanatiker so an sich.

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